Band 
Zweiter Band.
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Philibcrt Delorme.

Auch nahm Chambrai keinen Anstand, Delorme den großenneueren Meistern beizugesellen, deren Architektur er miteinanderverglichen. Die Ehre, die ihm dieser verständige Kunstrichtcrerwies, findet sich indessen durch das strenge Urtheil, welcheser über ihn fällt, ziemlich kompensirt. Er unterzog Delormehinsichtlich seiner Abhandlung über die Architektur und derProfile, die er seinen Säulenordnungcn gab, einer furchtbarenVerglcichung sowohl mit dem Alterthume als mit den großenneueren Meistern Italiens , welche nicht zu seinem Vortheileausfiel. Wenn man seine Art der Profile oder Verhältnissejeder Säulcnordnung betrachtet, so findet man in der Thatweder Korrektheit noch Anmuth in derselben, sondern vielmehreine Schwerfälligkeit der Manier ohne alle Eleganz. Manmuß wirklich mit Chambrai eingestehen, daß Delorme „zu Rom die schönsten Sachen mit Augen angesehen, die nochzu sehr für den gothischen Stnl eingenommen. DasTalent dieses Architekten," fährt er fort, „bestandhauptsächlich in der Leitung eines Gebäudes, under verstand sich in der That weit besser auf dieKenntniß und die Zurichtung der Sterne, als aufdie Composition der Säulenordnungen; auch hat erweit besser und ausführlicher geschrieben."

Philibert Delorme ist nämlich Verfasser von zwei für ange-hende Architekten sehr nützlichen und empfehlungswerthen Werken,welche, das Eine über die Architektur, das Andere über einenTheil der Construktion der Dächer, seinem Namen einen dauer-hafter« Ruhm gesichert, als seine Gebäude ihm verschaffenkonnten, die jetzt fast Alle mehr oder weniger vernichtet oderentartet sind. Das Erste dieser Werke ist eine vollständigeAbhandlung über die Baukunst (Ivrstto complet sie 1'art sieIistir); das Zweite hat zum Titel: Neue Erfindungen, umgut und wohlfeil zu bauen (iVouvelles iuvoutions pour" Isteu kstir et s petits krais).