Band 
Zweiter Band.
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Pierre Lescot , Jean Gougcon.

Gougeon. Er nahm zwar als Architekt und als BildhauerAntheil an den großen Unternehmungen seiner Zeit, aber esgab damals in Frankreich eine Menge geschickter, sowohl ein-heimischer als fremder Künstler, die nach einer und derselbenSckule gebildet, nach ihren Arbeiten schwer unter einanderzu erkennen waren. Daher eine unvermeidliche Verwirrungin der Kritik von Werken, welche jetzt der Kunstsinn undder Geschmack allein noch unterscheiden können. Bei denmeisten Menschen aber vermögen diese Urkunden des Ge-schmacks den Mangel historischer Nachrichten keineswegs zuersetzen.

Auch sind den Wenigsten die Ursachen bekannt, welcheden Künsten den Schwung gaben, den sie unter der Regie-rung Franz I. nahmen, und die das außerordentliche TalentLescot's und Gourgeon's hervorriefen.

Ein Blick auf die Umstände, die ihnen vorhergingenund auf die Ursachen, welche Frankreich einen neuen Impulsgaben, wird die sonst unerklärliche Sonderbarkeit der plötz-lichen Erscheinung zwei großer Talente erklären, welche gleich-sam, ohne vorherigen Keim dem Schoose der Erde entstiegen,oder vom Himmel gefallen scheinen würden, wenn man dasPrinzip ihrer Entstehung und Entwickelung nicht anderwärtswahrnehmen könnte.

Wirklich war dieses Prinzip damals Frankreich fremdund Pierre Lescot und Jean Gougeon waren nur darumdie Schöpfer des guten Geschmackes in Frankreich , weil siedie Geschöpfe jener Schule des guten Geschmackes waren,die sich seit länger als einem Jahrhundert in Italien ge-bildet und herrschend geworden.

Vor der Epoche, wo die zeichnenden Künste bei denFranzosen sich zu naturalisiren begannen, hatten sie, wie mansich bei einem bloßen Ueberblick dieser biographischen Samm-lung überzeugen kann, bei den Italienern schon den höchsten