56 Pierre Lescot , Jean Gougeon.
zahlreichen Verbindungen zwischen Frankreich und Italien sichangeeignet.
Wir glaubten unseren Lesern diese kurze Anöeinandersetzungder Verhältnisse schuldig zu seyn; sei es auch nur, um eini-germaßen den Mangel historischer Nachrichten über unserebeiden Künstler zu ersetzen, deren Talente und Werke sonstals eine plötzliche und außerordentliche Erscheinung schwerzu erklären gewesen.
Ueber Pierre Lescot wissen wir etwas mehr als überJean Gougeon. Man ist allgemein darüber einig, daß Er-sterer aus der Familie Alissy stammte; daß er Pfründ-Abtder Abtei Clagny, übrigens Canonicus der Kirche von Paris und Rath der Könige Franz I. , Heinrichs II., Karls IX.und Heinrichs III. war. Aber Beide hätten vielleicht durcheine nähere Kenntniß ihrer persönlichen Verhältnisse nichtmehr gewonnen. Die wahre Geschichte der Männer vonTalent besteht in ihren Werken. Die Geschichte Lescot's und Gougeon's steht in Werken geschrieben, deren Ruhmunvergänglich ist.
Im Jahre 1528 beschloß Franz I. , da er den alten Pa-last des Louvres in Verfall gerathen sah, auf dem nämlichenPlatze einen Neuen aufführen zu lassen.. Bevor er Etwasunternahm, verlangte er von Serlio , welcher sich damalsin Frankreich befand, einen Plan von seiner eigenen Com-pvsition. Man ist geneigt zu glauben, daß dieser berühmteArchitekt selbst auf seine eigene Zeichnung verzichtet und einigeJahre später dazu beigetragen habe, daß der Plan Lescot'sgenehmigt worden.
Wirklich wurde nach den Zeichnungen des Letzter« derneue Palast aufgeführt, welchen man gleichwohl seitdem denalten genannt, um ihn von den nachherigen Zusätzen zuunterscheiden, wodurch das Projekt Lescot's in der That umdas Vierfache vermehrt worden. Sehr wahrscheinlich sollte