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Zweiter Band.
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78 Vinccnzo Scamozzi.

praktische und theoretische Schule dieser Kunst dahin verlegt.Und dahin wurde Vinccnzo Scamozzi berufen, sich auszubilden.

Schon hatten einige Versuche, die Früchte seiner erstenArbeiten, in ihm einen Fortpflanzer des Geschmacks diesergroßen Meister, ein Subjekt verkündigt, welches ein würdigerNachfolger derselben zu werden versprach. In einem Altervon siebenzehn Jahren hatte er für die Grafen Aleffandro undCamillo Gobi das Projekt eines Palastes von seiner Cvmpo-sition entworfen, welches zwar nicht ausgeführt worden, aberes zu werden verdient hätte. Man bewundert an demselbenbesonders die Geschicklichkeit, mit welcher er einen unregelmä-ßigen Boden in eine Fläche umzuwandeln wußte, deren sämmt-liche Theile gleichsam gerade gerichtet und in eine vollkommen:Regelmäßigkeit gebracht worden. Scamozzi hat uns selbst inseiner Ickea flell' ardrllettura (z-arte zirlins, lil-.III. csp. 16 .)den Grund- und Aufriß eines ziemlich großen Landhausesüberliefert, welches er zu Villa-Verla für den Grafen LeonardoVerlato erbaut, und versichert uns, daß dieß eines seiner .ersten Jugendwerke gewesen (seeoullo i uostri ^iovanilitlise^oi). Es ist ein sehr schönes Gebäude, dessen erste Etageauf einem sehr hohen Untcrsatze in Bossage ruht. Acht ioni-sche Säulen bilden einen wenig vorspringenden Vorbau. Aufder Seite des Hofes findet man die nämliche Säulenordnungwiederholt und auf eine Loggia angewendet, deren Vorsprangdie Treppen enthält. Symetrie im Grundriß, Eleganz imAufriß: Alles verkündigt hier den schönen Styl der Venctia-nischen Schule.

Aber der junge Scamozzi begriff, daß er noch einigeranderer Lehren dieser Schule bedürfe, jener praktischen Lehrennämlich, ohne welche der Architekt, welcher blos Theoretikerist, Gefahr läuft, unausführbare Projekte zu machen, odersich genöthigt zu sehen, seine Ideen durch Andere ausführenzu lassen, die, weil sie solche nicht begriffen, auch den Geist