Band 
Zweiter Band.
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Vincenzo Scamozzi . 93

von allen Gegenständen, die nur einigermaßen in den Plandieser umfassenden Sammlung gehörten, welchen er sogar aufdie Materialien eines jeden Landes, auf die verschiedenen Ver-fahrungsarten und alle Arten zu bauen ausdehnte.

Alle diese Reisen trugen besonders dazu bei, den RuhmScamozzi's und seines Talentes außerhalb seines Vaterlandesmehr und mehr zu verbreiten. Auch verlangte man von ihmvon allen Seiten Projekte und Modelle zu Palästen, vondenen er uns selbst in seinen Abhandlungen über die Archi-tektur viele Zeichnungen hinterließ. Aber es scheint, daß manden von ihm eingesandten Planen nicht immer treu geblieben.Einen überzeugenden Beweis davon findet man in dem PalasteRobert's Strozzi zu Florenz , bei welchem man sich Verände-rungen erlaubte, die von seiner Composition bedeutend abwichen.In Genua sollte man das schone Modell des Palastes Ravas-chieri wieder finden, zu welchem er von Venedig aus alleZeichnungen eingesandt, und der nach der Skizze, die er unsdavon aufbewahrt, eines seiner schönsten Werke geworden wäre;aber man erkennt es nicht mehr. Er selbst beklagt sich überdie Art, wie man ihm für die Mühe gelohnt, die er daraufverwendet.

Glücklicher zu Bergamo , gelang es ihm: während seinesdortigen Aufenthaltes aus Auftrag des Podesta Giulio Con-tarini einen der schönsten Paläste seiner Composition, den Re-gierungspalast aufzuführen. Er ist 163 Fuß lang, 111 breitund besteht in seiner Fa^ade, im Erdgeschosse aus einer dori-schen Säulenordnung, über welche sich eine jonische erhebt;das Ganze endigt sich in eine Attika. Der Chevalier Fino,einer der angesehensten und reichsten Einwohner von Bergamo ,benutzte den Aufenthalt Scamozzi's in dieser Stadt, um vonihm das Projekt zu einem Palaste zu erhalten, welcher einender schönsten Platze einnehmen sollte. Nach den Zeichnungen,die uns ihr Urheber überliefert, sollte dasselbe eine Lange