stellen, als die St- Peterskirche in Rom gewährt. Temanza begnügt sich, in dieser Beziehung zu versichern, daß man inderselben ein korrekteres Ensemble, mehr Einheit verbundenmit mehr Mannigfaltigkeit in der Composition; endlich einevollkommene Uebereinstimmung nicht nur in den materiellenTheilen, sondern auch in den moralischen Eigenschaften, alsz. B. der Majestät und Einfachheit, die gleichsam zusammenverschmolzen, erscheinen, mit einer vollkommenen Harmoniefindet. Nach diesem verständigen Kunstrichter ist die Kirchevon Salzburg unter allen Werken Scamozzi's das herrlichste,das er gesehen; und es genüge an demselben allein, um ihnunter die ersten Architekten zählen zu können.
Zum Nachtheile vielleicht für seinen Ruhm haben ihn einzu großer Wetteifer und eine übermäßige Thätigkeit verleitet,sich mit zu vielen Unternehmungen, mit zu verschiedenen Arbei-ten an zu vielen Orten zu überladen und sich in allen Zwei-gen der Kunst Ruhm erwerben zu wollen. Kein Architekt nochführte ein so unruhiges Leben. Wenn man alle die Werkeüberzählt, die von ihm verlangt wurden, und die er unter-nahm, ohne sie beendigen zu können, so überzeugt man sichleicht, daß er sich weit mehr Ehre erworben haben würde,wenn er sich darauf beschränkt hätte, nicht mehr zu unterneh-als er zu vollenden, oder persönlich zu übersehen vermocht.So wichtig ist es für die Vollkommenheit der Gebäude, vondem Künstler selbst ausgeführt zu werden, der den Plan der-selben entworfen.
Nicht zufrieden, mit den praktischen Arbeiten der Baukunstdas Studium der Theorien zu verbinden, welche die Architek-tur zu einer Kunst des Genies erheben, wagte der EhrgeizScamozzi's auch Streifzüge in jene andere Region der Wissen-schaft, deren Gegenstand diese Kunst werden kann, nämlichin jene, die sich mit den historischen Untersuchungen über diealten und neuen Zeiten beschäftigt, welche die Kenntniß der