Band 
Zweiter Band.
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14^ Giovanni Lorenzo Vc.rm'ni. "

über der Stelle, wo die Leiber der heiligen Apostel Petrusund Paulus begraben worden und der Hochaltar des neuenTempels wurde auf der nämlichen Stelle errichtet.. In deralten Basilika bildeten zwölf gewundene Säulen von Marmordie Verzierung des Hochaltars. Man hat, ohne einen Be-weis dafür anzuführen, behauptet, Constantin habe sie zudiesem Zwecke aus Griechenland kommen lassen. Gewiß ist,daß sie Papst Gregor III. , welcher im Jahre 731 denpäpstlichen Stuhl bestieg, an dem genannten Orte aufstellenließ. Acht von diesen Säulen zieren gegenwärtig die viervorspringenden Tribunen der Pfeiler des Doms; zwei befin-den sich in der Kapelle des heiligen Sakraments; eine, welchePiranesi gestochen, steht in der Kapelle des Kruzifixes unddie Zwölfte wurde durch Ungeschicklichkeit zerbrochen. *

Obgleich man nicht weiß, von wo diese gewundenenSäulen ursprünglich hcrstammen, und worauf sich eigentlichihr Altcrthumstitel gründet, glaubt man, es möge an dem,was eben gesagt worden, genügen, um den Kritikern vonstrengem Geschmacke zu beweisen: Istcns daß Bernini nichtder Urheber einer architektonischen Willkührlichkeit war, diein der That Jedermann bei einer Construktion unzuläßigund verwerflich finden würde, bei welcher die Säulen undStützen eben so solid scheinen als seyn müssen; 2tens daßBernini durch das Beispiel des alten Hochaltars von St.Peter verleitet wurde, in dem neuen die Ueberlieferung undNachahmung desselben darzustellen.

Auch muß man wissen, daß die Composition, die wirBaldachin nennen, ihren Ursprung in dem alterthümlichcn6ikoriunr der ersten christlichen Kirchen hat, wo der Taber-nakel sich unter einem auf Säulen gestützten Thronhimmel

' Diese Details sind aus einer Note von Carle Fea, in seiner AusgabeWintelmann's geschöpft, (ObseivLrione sult' urclutettma (texli Lnticlu.)