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Zweiter Band.
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Giovanni Lorenzo Berm'ni. 149

befand und mit Vorhängen umgeben war, die man nachGefallen auf- und zuziehen konnte. In der Ueberlieferung die-ser Gebräuche finden wir die Gründe, welche die ErfindungBernini's bei der Composition seines Baldachins geleitet. Daer sich dabei durchaus keinen Verhältnissen einer strengen undpositiven Architektur zu unterwerfen hatte, so kann auf seineErfindung auch die strenge Anwendung einer Regel oder irgendeines Systems der Kunst durchaus nicht Statt finden; undin der That erklärt er uns selbst, daß er seinem Werke wederdie Wirklichkeit, noch den Anschein einer regelmäßigen archi-tektonischen Construktion habe geben wollen. Im Grundewird auch Niemand eine Art von Thronhimmel, seine abhän-gigen Dachflächen und seine Bekränzung für Architektur haltenwollen; und wenn mit allem dem der Geschmack einer strengenSäulenordnung gewiß schlecht übereinstimmt, so ist dagegenwohl zu glauben erlaubt, daß sich zu willkührlichcn Formenund Details nichts besser geschickt, als die willkührlichcn For-men und Details der gewundenen Säule.

Eine der ersten Schwierigkeiten der Unternehmungen-Bcr-nini's war: in einem so ungeheuern Lokale und unter derunermeßlichen Kuppel der St. Peterskirche ein Werk aufzu-stellen, dessen Verhältnisse denen des Gesammtganzen entsprächen.Und gerade dieß ist eines der Hauptverdienste dieses großenWerkes, bei welchem Berm'ni, als Decorateur, alle Hülfs-quellen seines Geistes entfaltete; wo die Pracht der Arbeitund die der Materie gleich rühmenswerth sind, und wo manbei aller Bewunderung nur zweierlei bedauern muß, daßnämlrch dasselbe auf Kosten des Metalls des Pantheons ge-gossen wurde, und daß es zu so vielen schlechten Nachahmun-gen Veranlassung gab.

Ehe der Papst unsern Architekten belohnte, fragte ermehrere Personen hierüber um ihre Meinung. Eine derselben,eben so unwissend als eigennützig, rieth, dem Künstler eine