154 Giovanni Lorenzo Bernini .
Vernichtung beschlossen, und setzte sie durch. Im Jahre 1647 -wurde der Glockenthurm abgebrochen, und man hat vielleicht,sowohl hinsichtlich der Ehre Bernini's, al5 des schönen Effekt'sdes Portals der St. Peterskirche, nicht Ursache, es zubedauern.
Bernini war gegen diese Ungnade nicht unempfindlich;aber sie diente ihm, seine Philosophie zu üben. Währendseine Feinde glaubten, ihn auf der einen Seite besiegt zuhaben, triumphirte er über sie auf der andern, indem er dieZeichnungen zu der Kapelle Eornaro in der Kirche dellaVittoria entwarf, wo er seine berühmte Gruppe der heiligenTheresia aufstellte, die er als sein Meisterwerk betrachtete,und die es, hinsichtlich der pittoresken Art der Skulptur,welcher Bernini seinen Namen gegeben, auch wirklich ist.Zur nämlichen Zeit setzte das prächtige Grabmal Urbans Vlll.seinem Ruhme die Krone auf.
Aber die Reden seiner Feinde wirkten stärker, als seineneuen glücklichen Erfolge auf den Geist des Papstes, welcherbeschlossen, ihn von den Arbeiten zu entfernen, die er zuunternehmen vorhatte. Jnnocenz X. wollte den, unter derRegierung des Kaisers Caracalla nach Rom gebrachten Obe-lisken, welcher bisher unter den Ruinen seines Circus be-graben geblieben, in der Mitte des Platzes Navone aufrichtenlassen. Die berühmtesten Künstler Roms wurden aufgefordert,Projekte zur Errichtung einer prächtigen Fontaine einzureichen.Bernini allein wurde weder eingeladen noch zu Rathe gezo-gen. Indessen befahl ihm der Fürst Ludovisi, Neffe desPapstes, ingeheim ein Modell zu verfertigen, welches erebenfalls heimlich in den Palast Pamphili und zwar in einZimmer bringen ließ, durch welches der Papst, wenn er dieTafel verließ, hindurch kommen mußte. Die Neuheit derIdee, der Reichthum der Erfindung und des Gegenstandessetzten den Papst in Erstaunen. „Gewiß ein Stückchen