Band 
Zweiter Band.
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162 Giovanni Lorenzo Bernini .

über denselben Tribunen angebracht. Das Gewölbe der Kup-pel, welche unmittelbar auf dem Gesimse ruht, ist durch vor-springende Rippen, welche den Pilastern entsprechen, in Feldergetheilt, deren Verzierung sehr schöne Cassetten von vergoldetemStuck bilden. Das Ganze ist mit einer Laterne gekrönt.

Es gibt in der Architektur eine Art von Anmuth, welche,wie anderwärts, nicht eigentlich die Schönheit ist, aber balddieselbe vermehrt, bald sie ersetzt. Man könnte sie auch denSchmuck derselben nennen. Diese Anmuth beruht in derArt und dem Geschmacke der Verzierung; und man kannnicht läugnen, daß die Verwendung schöner Materialien z. B.des Marmors, des Vronze'ö ic., ihre Mischung, ihre Ueber-einstimmung und ihr Effekt, unabhängig von dem Hauptver-dienste der Form, sehr viel zu dem Vergnügen der Augenbeitragen. Bernini , welcher nach den Meistern des großen,reinen und strengen Styls gekommen, wurde auch durch seinGenie verleitet, die Originalität in dem Luxus der Kunst zusuchen. Unter allen seinen Werken gibt vielleicht keines zudieser kritischen Bemerkung mehr Anlaß, als die eleganteKuppel des Noviziat's der Jesuiten .

Diejenige, welche er zu Ariccia , einem vier Stunden vonRom gelegenen Flecken erbaute, ist hinsichtlich der Materialienweniger prachtvoll, als die vorhergehende, aber großartiger,die Form verständiger und die Details sind regelmäßiger. DasAeußcre kündigt sich durch einen sehr vorspringenden Portikusvon dorischen Arkaden an, zu welchem zwei ähnliche Säulen-laubcn, durch die man in die rings um das Denkmal herum-laufenden Gallericn gelangt, ein Gegenstück bilden. DieserPlan hat etwas Sinnreiches, und der Platz vor der Kirche,mit zwei Fontaincn geziert, scheint im Kleinen an den Platzder St. Peterskirche zu erinnern. Das Innere der Rotundeist mit kanclirtcn korinthischen Pilastern mit Arkaden geziert,welche acht Vertiefungen bilden, in welchen sich sieben Kapellen