Giovanni Lorenzo Bcrnini. 163
und, dem Hochaltar gegenüber, der Eingang befinden. Ueberden Pilastcrn erheben sich dopppelte Bogen, die sich unterder Laterne vereinigen. Ihre Zwischcnräume sind durch kleineCassettcn ausgefüllt. Das Innere dieses Denkmals ist hin-sichtlich der Reinheit des Styl's, wegen seiner verständigenComposition und Ausführung eines der besten Werke Bernini's .Es wäre blos zu wünschen, daß die Vcrzierug des Gewölbesdurch eine größere Oekonomie der Details allem Uebrigenentsprechen möchte.
Im Jahre 1664 wollte der König von Frankreich, Lud-wig XIV. , dessen edler Ehrgeiz nach allen Arten von Ruhmstrebte, den Louvre nach einem prächtigern Plane und nachprächtigeren Zeichnungen, als seine Vorfahren genehmigt, aus-bauen lassen. Geschickte Architekten hatten ihm schon mehrereProjekte vorgelegt. Colbert machte dem König den Vorschlag,sie alle Bernini , dem berühmtesten Architekten und zugleichdem besten Kunstrichter damaliger Zeit zu übersenden. Dieserschickte sie nach Frankreich zurück, und begleitete sein Urtheilüber dieselben mit zwei Projekten von ihm selbst, welche denBeifall des Monarchen erhielten. Ludwig XIV. dehnte seineFreigebigkeit auf alle berühmten Männer Europa's aus; erübersandte Bernini sein, reich mit Diamanten verziertes Por-trait, im Werthe von drei tausend Thalern und lud ihn durcheinen Brief ein, nach Frankreich zu kommen, Der Monarchschrieb auch an den Papst, um ihn um die Gefälligkeit zubitten, den Künstler von Rom abreisen zu lassen, den derRuhm seiner großen Arbeiten gleichsam zu einem unveräußerli-chen Eigenthume Rom's gemacht. *
' „Herr Ritter Bernini!"
»Ich hege eine so besondere Hochachtung für Ihr Verdienst, daß ich rechtsehr wünsche, einen so berühmten Künstler, wie Sie, zu sehen und näherkennen zu lernen, so ferne meine Wünsche dem Dienste Seiner Heiligkeitnicht »achthcilig sind »nd Sie i» Ihre» Geschäften nicht störe». Ich finde
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