Giovanni Lorenzo Bernini . 165
Medizis, ließ ihn einen öffentlichen Einzug in Florenz halten,nahm ihn in seinen Palast auf und lieh ihm seine Sänftebis an die Gränzen von Italien . Der Herzog von Savonenehrte ihn bei seiner Durchreise auf die schmeichelhafteste Weiseund überhäufte ihn mit Geschenken. Es schien, sagte er selbst,als ob er ein seltenes Thier sei. Als er nach der Brücke vonBonvoisin kam, machten ihm von Seiten Ludwigs XIV. dieBehörden dieses Orts ihre Aufwartung. Aehnliche Ehrenbe-zeigungen erwarteten ihn in allen Städten, durch die ihn seinWeg führte. Der päpstliche Nuntius von Paris ging ihmeine Stunde weit entgegen und begleitete ihn bis in denLouvre, wo eine sehr schöne Wohnuug für ihn zubereitet war.
Bei seiner Ankunft bcwillkommte ihn Colbcrt im Namendes Königs, der ihn zu Samt-Germain-cn-Laye erwartete.Hier empfing ihn der Monarch auf die gnädigste Weise undunterhielt sich zwei Stunden lang mit ihm über die Künste,über die er als ein Mann von Geschmack sprach. Das Erste,was Bernini dem König vorschlug, war, seine Büste verfer-tigen zu dürfen. Der schönste Marmor wurde hierzu ausge-sucht, und der kühne Mcisel des Künstlers führte sie ohneirgend ein anderes vorläufiges Modell, als einige Profile, inPastell aus. Als ihm einst der König eine ganze Stundegesessen, ohne sich zu bewegen, rief Bernini aus: „O Wun-der! ein so thätiger König hat eine ganze Stundein der nämlichen Stellung ausgehalten."
Während er mit diesem Portrait beschäftigt war, machteman die Zubereitungen zu dem neuen Bau des Louvres,wovon ein Modell im Großen und mit vielen Kosten ausge-führt worden. Man kann nicht in Abrede stellen, daß Bernini bei der allgemeinen Anordnung seines Planes Alles aufgefaßt,was die'Größe der Theile, die er in Uebereinstimmung brin-gen mußte und die Absichten des Monarchen einem Genie,wie das Seinige, eingeben konnten. Wir lassen alle inneren