Band 
Zweiter Band.
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Giovanni Lörenzo Bcrnini.

Bernini war damals neun und scchszig Jahre alt, undnahm Anstand, eine so weite Reise zu unternehmen. Endlichentschloß er sich dennoch und reiste noch im Jahre 1665, dergleitet von seinem zweiten Sohne, dem Architekten MattiaRossi und GiulivrCesare, seinen Schülern, von Rom ab.

Man. könnte seine Reise einen Triumpfzug nennen. AlleStädte, durch die ihn dieselbe führte, erwiesen ihm außerordent-liche Ehrenbezeigungen. Der Großherzog Ferdinand Cosmus von

mich aus diesen Gründe» bewogen, eine» außerordentlichen Curier »ach Nomzu senden, um Sie einzuladen, mir das Vergnügen zu machen, Sie in Frank-reich zu sehen. Ich hoffe, daß Sie hierzu die günstige Gelegenheit benütze»werden, die Ihnen die Rückkehr meines Vetters, des Herzogs ron Creqni,meines außerordentlichen Gesandten, darbietet, der Ihnen die Ursache nähererklären wird, warum ich wünsche, das Vergnügen zu haben, Sie zu besitzen,und mit Ihnen über die schönen Zeichnungen zu sprechen, die Sie mir fürden Bau des Louores nbersandt. Uebrigens bezieh« ich mich auf das, wasIhnen mein besagter Vetter über meine guten Absichten mittheilen wird."

„Ich bitte Gort, daß er Sie, Herr Ritter Beniini, in seinen heiligenSchutz nehme."

„den ilten April 1665."

„Louis."

„Heiligster Vater!"

„Nachdem Ew. Heiligkeit mir bereits zwei Zeichnungen für meinen Palast,des Lvuvrcs, von der Hand eines so berühmten Künstlers, wie der RitterBernini, üb'crmachen ließen, sollte ich Ihnen vielmehr für diese Gnade danken,als Sie um eine »ene bitten. Da es sich indessen »m einen Palast handelt,welcher seit mehreren Jahrhunderten den eifrigsten Königen in der ganzenChristenheit für den heiligen Stuhl z»r Residenz dient, glaube ich mich mitvollem Vertrauen an Sie wende» zu dürfen. Ich bitte demnach Ew. Heilig-keit, so ferne ihr Dienst nicht darunter leidet, dem Ritter Bernini zn befehle»,nach Frankreich zu kommen, nm hier fein Projekt auszuführen. Ew. Heiligkeitkönnten mir unter den gegenwärtigen Umständen keine größere Gunst erzeigen.Ich füge hinzu, daß Sie Niemand verbinde» kann, der mit größerer Ver-ehrung und Innigkeit ist, als ich,"

„Heiligster Vater" -

„Paris den istcn April 1665."

»Ihr getreuester Sohn"„Louis."