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Zweiter Band.
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172 Giovanni Lorenzo Bernini .

von Werken, für jede Kathegorle der Sujets, für jede Gattungnachahmlichcr Gegenstände einen bestimmten Charakter derGrundformen, als beständige und unveränderliche Basis einerunendlichen Menge von Mannigfaltigkeiten, worin der Geistdes Menschen fand, was mit seiner zusammengesetzten Naturübereinstimmte: die Firität der Vernunft in der Einheit unddie Beweglichkeit des Instinkts des Vergnügens in der Man-nigfaltigkeit.

Wir sprechen hier nicht von den moralischen und besondersreligiösen Ursachen, die, nachdem sie die Künste cmanzipirt,sie in Griechenland innerhalb der Gränzen einer stillstehendenRoutine und der Zügellosigkeit einer unbegränzten Freiheit zu-rückzuhalten wußten. — Durch diese wenigen Züge wolltenwir blos ein Regime zu erkennen geben, das demjenigen ent-gegengesetzt war, welches wir die neueren Künste zu befolgengezwungen sehen, indem sie durch die Leichtigkeit der Neuerungund immenvährenden Veränderung mit fortgerissen wurden,die kein Motiv eineö thätigen Widerstandes zu ünterdrückenvermochte, besonders seitdem sie sich darauf rcduzirt finden,nur noch der Gesellschaft zur Unterhaltung zu dienen. Wennübrigens irgend eine Kunst den Launen des Bedürfnisses undden Bedürfnissen der Laune besonders unterworfen ist, indemsie weder in dem Einflüsse des Beispiels, welches ihr dieübrigen Künste geben können, noch in den, durch imposanteVorbilder sanktionirten Gebräuchen einen Regulator findet; soist es unstreitig die Architektur.

Da wir in diesem Werke Bernini blos als Architekten zubeurtheilen haben, werden wir hinsichtlich des Geschmackes,den er in der Baukunst so wie in der Skulptur einführte, inKürze ebenfalls einige Resultate der vorhergehenden Bemerkun-gen auf ihn anwenden.

Nachdem das Genie der Nachahmung im Laufe von zweiJahrhunderten allmählig den Höhcnpunkt erricht, der ihm durch