Band 
Zweiter Band.
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Francesco Borromim.

eine Ausnahme machen zu müssen geglaubt, so geschah es,wie man sehen wird, weit weniger in der Absicht, ihn alsMuster zur Nachahmung aufzustellen, als vielmehr in seinenWerken zu zeigen, was man vermeiden soll.

Borromini wurde im Jahre 1599 zu Bissano im Kirch-sprenge! von Como geboren. Sein Vater, welcher Architektwar, sandte ihn, als er neun Jahre alt war, nach Mailand ,die Bildhauerkunst zu lernen, zu welcher er ihn bestimmthatte. Nach siebenjährigen Studien und Arbeiten in dieserKunst, führte ihn der Wunsch, sich in derselben zu vervoll-kommnen, nach Rom . Dort wurde er von einem Marmor-arbeiter, seinem Landsmanne, aufgenommen, welcher in derMarmorschleife der St. Peterskirche beschäftigt war, undbald wurde er ihm in diesen Arbeiten beigesellt. Der Anblickdieser prächtigen Basilika erregte in ihm den Wunsch, diehauptsächlichsten Theile derselben zu zeichnen und auszumessen.Und da seine Ruhestunden unter Tags ihm nicht die nöthigeZeit hierzu gewährten, so brach er sich dieselbe von seinemSchlafe ab.

Carlo Maderno , sein Verwandter, welcher damals Ar-chitekt der St. Peterskirche war, bemerkte den Eifer diesesjungen Menschen. Und erfreut über die Anlage, die erzeigte, gab er ihm den ersten Unterricht in seiner Kunst,und schickte ihn zu einem Lehrer, um die Geometrie zu ftu-diren. Borromini machte solche Fortschritte, daß Maderno ,der sich anfänglich darauf beschränkte, ihn seine Zeichnungenin's Reine bringen zu lassen, ihn nach sehr kurzer Zeit selbstzu den Arbeiten verwendete, die ihm von Urban VIII . nachdem Tode Gregors XIII. anvertraut worden. Mitten unterseinen Arbeiten wußte er noch Augenblicke für die Bildhauereizu gewinnen. Er verfertigte unter Anderen die Cherubime,welche in der St. Peterskirche die Fruchtschnüre über demBasrelief Attila's halten und diejenigen, die man über den