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Claude Pcrrault.
Gebäuden die Methoden und den Styl der Alten wieder in'sLeben gerufen; aber der Geschmack konnte in der Architekturweder so schnell noch so allgemein, als in den übrigen Kün-sten, besonders in denjenigen sich ändern, die man Künste desGeistes nennen kann. Zahllose Schlösser, welche in verschie-denen Graden das Gepräge jener Bauart des Mittelalterstrugen, die man die gothische nennt; Construktioncn, durchund für die Sitten jener Zeit geschaffen, mußten der Einfüh-rung eines ankern mit den, durch einen langen Gebrauchakkreditirten Planen, Anordnungen und Aufrissen unverein-barlichen Geschmack's einen langen Widerstand entgegen stellen.Alle Schlösser boten eine ewige Wiederholung von Thürmen,Thürmchen, festen Massen, Theilen ohne geregelte Verbindung,unterbrochen durch befestigte Mauern, gekrönt mit Dächernvon außerordentlicher Höhe dar: lauter Dinge, die mit demSystem der griechischen Säulenordnungen, mit der Regel-mäßigkeit und der Symetrie der Verhältnisse auf keine Weisevereinbarlich sind.
So war das Schloß des Louvres beschaffen, an welchemschon Pierre Lescot in einem der vier Theile des gegenwärti-gen Vierecks seines Hofes eine bedeutende Veränderung desGeschmackes vorgenommen. Um es in wenigen Worten zusagen: tie Kenntniß der antiken Architektur war die nur ein-zelner weniger Architekten, welche dieselbe in Italien , undzwar jeder für sich, zum Gegenstand ihrer besonderen Studiengemacht; aber aus die Gebräuche und die allgemeine Meinunghatte sie noch keinen Einfluß ausüben können.
Colbert eifrigst bemüht, den Ehrgeiz und das Genie seinerNation in allen Zweigen der Wissenschaft und in allen Artenvon Arbeiten aufzuregen, beauftragte die kürzlich errichtetenAkademien mit der Erforschung und Untersuchung der alter-thümlichen Quellen, woraus sich nach allen Seiten hin nütz-liche Kenntnisse verbreiten sollten. Perrault wurde eingeladen.