Band 
Zweiter Band.
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200 Claude Perrault .

fangen zu können, vor Allem Architekt seyn mußte. Manglaubt indessen, daß gerade dieses große Werk Perrault zumArchitekten gemacht.

Es war natürlich, daß die Studien der Kunst der Alten,wozu er sich durch Äitruv veranlaßt fand, seine Ansichten überdie Architektur erweitern mußten. Sie ließen ihn dieselbe imGroßen sehen, flößten ihm erhabene Ideen ein, und lehrtenihn die öffentlichen Gebäude als die treuesten Bewahrer derGröße der Nationen, des Ruhms der Fürsten und deS Ge-schmacks jedes Jahrhunderts betrachten.

Zu jener Epoche regierte (in Frankreich ) ein Fürst, dessenGenie aller hohen Ideen fähig war. Ludwig XIV. nach demRuhme geizend, welchen die Künste gewähren, hatte eingesehen,daß man vor allen diejenige Kunst ermuntern und befördernmüsse, welche die Uebrigen nach sich ziehe, mit einem Worte:die Architektur, und beschloß den Louvre, welchen Heinrich II. dessen Absicht nicht war, ein so großes Gesammtganzes, wiedas Gegenwärtige, zu unternehmen, zu sehr im Kleinen ent-worfen, nicht sowohl fortsetzen oder beendigen, als vielmehrneu aufführen zu lassen. Der damalige Louvre war, wieman schon an einem andern Orte zu erkennen gegeben, nurein Agregat von Massen, die in ihren Formen und ihrenAnlagen von einander verschieden, nach der Hand unmöglichzu einem regelmäßigen Ganzen vereinigt werden konnten.

Man mußte einen großen Entschluß fassen, mußte das,was vom Alten beibehalten werden konnte, in einen neuenPlan umschmclzen und einer allgemeinen Zeichnung unter-werfen. Es handelte sich nicht blos darum, diese Gleichförmig-keit in dem innern Hofe des großen Palastes herzustellen,welchen man aufführen wollte; sondern es mußte auch Gleich-förmigkeit im Aeußern herrschen. Nichts hat übrigens besser,als dieses Denkmal es bewiesen, wie schwierig es ist, großearchitektonische Unternehmungen vollständig zu beendigen. Nach