Band 
Zweiter Band.
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204 Claude Perrault.

außerordentlich vermindert findet, die, von der Ferne undbesonders von vorne gesehen, gleichsam als Basreliefs aneiner Wand erscheinen und keinen so unangenehmen Wechseldes Anblicks gewähren, als diejenigen, um welche man herumgehen kann.

Uebrigens wäre zu wünschen gewesen, daß das ganzeAeußere des Louvres- nach der Anordnung seines Peristylsund der gegen den Fluß hin sehenden Fayade in Pilastern,welche ebenfalls das Werk Perrault's war, vollendet worden.Es würde unter allen Theilen eine Uebereinstimmung herrschenauf die man jetzt für immer wird verzichten müssen.

Die mannigfaltigen Kenntnisse Perrault's hatten ihm dieThüre der Akademie der Wissenschaften geöffnet. Natürlichmußte er der Architekt eines Denkmals werden, welches derKönig den astronomischen Wissenschaften widmen wollte. Wirsprechen hier von dem Observatorium, wozu er die Plane ent-warf und die Anordnungen nach den Angaben der Akademieleitete.

Die Form dieses Gebäudes ist ein längliches Viereck vonungefähr 16 Toisen auf 14, auf der südlichen Seite mit zweifünfeckigen Thürmen an beiden Enden. Auf der entgegengesetz-ten Seite befindet sich in der Mitte ein, von außen viereckigerVorbau, welcher in eine Vorhalle mit abgestutzten Ecken führt,dessen Gewölbe in der Mitte offen ist. Der Plan der erstenEtage ist in verschiedene Pieren eingetheilt, wovon jedes seinewissenschaftliche Bestimmung hat. Ursprünglich hatte der achteckigeRaum eines der beiden Thürme kein Gewölbe und bildete eineArt von Wasserbehälter, um die Menge des jährlich fallenden Re-genwassers zu messen. In der Folge wurde dieser Raum gewölbt.

Man muß bemerken, daß Perrault bei der Construktiondieses Gebäudes weder Eisen noch Holz angewendet. AllePicken sind mit der größten Solidität gewölbt und jedes kannfür ein Meisterstück in der Steinmetzcnkunst gelten.