Band 
Zweiter Band.
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Claude Perrault . 205

Da die Nützlichkeit der Hauptzweck eines solchen Gebäudesist, wollte der Architekt die Schönheit desselben blos der Ein-fachheit der Formen, der Richtigkeit des Steinschnitts, derWahl der Materialien und der Genauigkeit ihrer Verarbeitungverdanken. Da der Beobachtungsort in der ersten Etage seynsollte, glaubte er, daß man hierzu großer Oeffnungen, sehrhoher Fenster bedürfe. Sie sind alle in vollen Bogen ohnealle Einfassung und Verzierung.

Man weiß, daß das Gebäude des Observatoriums gleichbeim Beginn seiner Erbauung der Gegenstand vieler Kritikenwar. Diese betrafen hauptsächlich die inneren Anordnungen,welche den verschiedenen Bedürfnissen und Diensten entsprechenmüssen, die das Studium oder die Praxis der Wissenschaftenerfordert, welche mit der Astronomie in Beziehung stehen.Man muß auch bemerken, daß später und zu verschiedenenMalen mehrere Veränderungen in diesem Innern vorgenom-men worden, theils um Wohnungen, theils um Cabinete fürdie Beobachtungs-Instrumente und für alles das, was dieFortschritte der Wissenschaft nothwendig gemacht, darin einzu-richten.

Aber man tadelte außerdem selbst auch den GeschmackPerraults in dem äußern Effekt dieses Denkmals, an welchemman ihm einen weniger ernsten als schwerfälligen Styl zumVorwürfe gemacht.

Es scheint uns, daß das, was man schwerfälligen Effektan diesem Gebäude nennt, daher rührt, weil es wirklich inseinen Massen und seinen Details der Mannigfaltigkeit undalles dessen entbehrt, was in einem Aufrisse den Pyramidal-Effekt hervorbringen kann. Man kann übrigens über diesenangeblichen Fehler ein ganz entgegengesetztes Urtheil fällen.Wenn Perrault , wie man gesagt, in der Architektur irgendein Verdienst besaß, so bestand es nach unserer Ansicht darin,daß er bei jedem Gebäude seine poetische Eigenschaft aufzufas-