Band 
Zweiter Band.
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226 Fran^ois Blondel.

Auch huben, weit entfernt, ihn eines Plagiats zu beschuldi-gen, Männer von einem strengen Geschmacke ihm blos einigeNeuerungen zum Vorwürfe gemacht, die wir, ohne seinenRuhm zu schmälern, blos im Interesse der Kunst hier anfüh-ren wollen.

Man kann die kritischen Bemerkungen über den Triumpf-bogen des Thores Saint-Denis auf zwei Punkte beschränken.Der Eine bezieht sich auf daö Verhältniß, der Andere auf dieDekoration.

In der ersten Beziehung stellt man nicht in Abrede, daß,- von vorne gesehen das Denkmal eine schöne Uebereinstimmungder Theile, ein im Allgemeinen schätzbares Ganzes darbietet.Da indessen dasselbe ganz frei steht, und sich also auch vonder Seite betrachten läßt, kann man nicht einsehen, warumihm sein Urheber nicht eine mit seinen übrigen Maaßen verhält-nißmäßige Tiefe gegeben. Man hat gesehen, daß six sich aufzehn Fuß beschränkt, während die Triumpfbogen, welche vonden Alten auf uns überkommen, in ihrem Verhältnisse mehrals noch einmal so dick sind als der Triumpfbogen Blondels.Der des Septimius-Scverus, zum Beispiel hat, obgleich erum 12 Fuß niedriger, als der Ludwigs des Großen ist, bei-läufig 10 Fuß mehr in der Dicke.

Diese Art von Mißverhältniß, welches auffallend ist, wennman den Triumpfbogen des Thores Saint-Denis von derSeite oder im Profil betrachtet, läßt sich selbst auch wahrneh-men, wenn man ihn von vorne sieht. Obgleich Blondel dieHöhe seiner Oeffnung vermindert, die, gegen allen Gebrauch,wenigstens das Doppelte seiner Breite hat, scheint sie den-noch sehr hoch. Wahrscheinlich rührt dieser Effekt von dergeringen Tiefe und der Magerkeit her, die daraus hervorgeht.Da die Oeffnung des Bogens durch den Mangel an perspek-tivischer Verlängerung der Decke oder des Gewölbes, bei derAnsicht Nichts oder nur sehr wenig in der Höhe verliert,