Band 
Zweiter Band.
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Filippo Jvara.

Plan auf einer sehr sinnreichen Combination. Es ist nichtmehr eine einfache und groß gedachte Architektur, sondern Ge-wandtheit des Geistes, Geschicklichkcit der Erfindung, ohnezu viel Willkühr.

Was man von der allgemeinen Verständigkeit des Planessagen muß, gilt auch von dem ganzen Aufriß. So bietetdie äußere Fa^ade mit dem vor derselben befindlichen Porti-kus von vier Säulen eine Anordnung dar, die, ohne sehrrein zu seyn, doch mit dem ganzen Uebrigen ganz gut über-einstimmt, und besonders das Verdienst der Einheit in ihrenVerhältnissen sowohl mit der Masse der Gebäude, an welchedie Kirche sich anschließen muß, als mit der, der Kuppelhat. Diese hat den Vortheil, der Haupt-Gegenstand zu seynund zu scheinen, und der Architekt wußte den, bei Composi-tionen dieser Art sehr gewöhnlichen Fehler zu vermeiden, sienur eine untergeordnete oder höchstens eine Nebenrolle spielenzu lassen, indem sie häufig mit der allgemeinen Anordnungnicht gehörig verbunden ist.

Man muß zugleich bemerken, daß die Kuppel, sowohlvon außen als von innen, von einer weit verständigern Com-position ist, als man der damals herrschenden Manier, dasNeue in Ermangelung des Bessern zu suchen, hätte erwartensollen. Die Curve des Doms und die Anordnung ihres Un-tersatzes machen dieses Gesammmtganze' zu einem der Besseren,die es gibt. Die Solidität vereinigt sich hier mit einer Ein-fachheit, welche nicht ohne Eleganz ist, und die Construktionbietet dem Künstler Lehren dar, die man in späteren Werkenzu benützen gewußt.

Was die Masse betrifft, findet man, daß die Höhe derKuppel von innen 150, von außen 165 und mit Inbegriffder Laterne 200 Fuß beträgt. Ihr innerer Durchmesser ist56, ihr äußerer 80 Fuß. Hinsichtlich ihrer Größe gehörtsie demnach in die erste Reihe der Kuppeln zweiten Rangs.