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Filippo Jvara.
Um von dem Geschmacke der Verzierung dieser ganzenArchitektur zu sprechen, muß man der Freigebigkeit des Für-sten , welcher sowohl in der Anwendung der schönsten Mate-rialien, als in dem Lupus der Säulen, des Pflasters undder Bekleidung von Marmor durchaus nichts gespart, Gerech-tigkeit widerfahren lassen. Es wäre zu wünschen, daß in allendiesen Details der Verzierung, die auch den Schmuck derArchitektur ausmachen und fast immer ihrem Charakter folgen,ein strengerer und edlerer Geschmack herrschen möchte. Man be-dauert ohne Zweifel, in dieser so manche willkührliche Details,so manche Bastardform und so manche überflüssige Verzierungoder zum Theil fehlerhafte Conturen, wie z. B. gebrocheneGiebel, unnütze Vorsprünge, unbedeutende Füllungen tadelnzu müssen. Indessen gibt es in der Architektur so viele Artenvon Verdienst, so viele verschiedene Abstufungen in der Wich-tigkeit ihrer Resultate wie ihrer Effekte, daß ein einziges Ver-dienst, wenn es hervorstechend ist, genügt, um Mängel inden Details verschwinden oder verzeihen zu lassen. Wirsagen demnach, daß Trotz mancherlei kritischer Bemerkungen,die Meinungen ziemlich allgemein übereinstimmen, in demDenkmale ckella einen einfachen und zugleich male-
rischen Effekt, ein mit vieler Einstcht combinirtes Ganzes,eine schöne Erfindung des Plans und eine große Geschicklichrkeit der Construktion anzuerkennen.
Das Talent Jvara's hatte sich nicht blos auf Turin kon-zentrirt. Alle Jahre brachte er den Winter in Rom zu,während welcher Zeit die Arbeiten in Piemont eingestellt wur-den. Er besaß immer eine Vorliebe für Rom , und hättegewünscht, daß die Bestellung irgend eines Werkes ihn ver-anlassen möchte, sich dort niederzulassen.
Während eines Aufenthaltes daselbst gab er die Zeichnungenund machte das Modell zu einer Sakristei sammt einem Ka-pitels-Saale für die St. Peterskirche. Man hat dieses Projekt