Band 
Zweiter Band.
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Jacques-Ange Gabriel.

Es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß Jacques Ange Ga-briel , der beschäftigteste Architekt seiner Zeit, während seinerlangjährigen Laufbahn öfters Gelegenheit gehabt, an einigenjener Unternehmungen zweiter Klaffe, die man Hotels,Stadt- und Landhäuser nennt, sein Talent zu üben. Indes-sen finden wir keine einzige Nachricht, die uns hierüber Ge,wißhcit verschaffen könnte. Die biographischen Nachforschungen,die uns durchaus keine nähere Auskunft über die besonderenVerhältnisse seines Lebens und seiner Person gewähren, be-schränken ihre Resultate auf die Angabe von drei architekto-nischen Werken, von welchen in der That ein Einziges hin-reichen würde, ihn an die Spitze der ersten Architekten seinerZeit zu stellen.

Die Epoche, zu welcher Jacques Ange Gabriel lebte, be-greift die Regierung Ludwigs XV., die gleichsam als derandere Tag der Regierung Ludwigs des Großen, und be-sonders hinsichtlich des Ruhms der Künste als der Schattendes glänzenden Gemäldes des vorhergehenden Jahrhundertsbetrachtet wird. Die Gerechtigkeit fordert jedoch einige Be-schränkung dieses Urtheils zu Gunsten der Architektur hinsicht-lich der Kunst der Construktion und der Rückkehr zu demGeschmacke oder Style des Alterthums, welcher besser gekanntund nachgeahmt wurde.

Zwar hatte sich der willkührliche und schlechte Geschmackder letzten Hälfte des siebenzehnten Jahrhunderts in Italien ,nicht ganz in Frankreich verbreitet. Wenn auch die Denkmä-ler Ludwigs XIV. weit entfernt waren, sich zu der Höhejener des Alterthums und der berühmten Architekten des sech-zehnten Jahrhunderts in Italien zu erheben, so erhielten siesich doch im Allgemeinen in einem Mittelzustande von edlem,strengem und verständigem Styl. Aber gegen das Ende dieserRegierung hatte sich die Architektur in den Formen der Ge-simse, in den Details der Verzierung, in Betreff der Reinheit