Band 
Zweiter Band.
JPEG-Download
 

Gondoum.

321

Gondouin hatte mit dem Gesammtganzen der chirurgischenSchule das Projekt eines viereckigen Platzes verbunden, dessenFa^ade, jener des Gebäudes entsprechend, ein großer Spring-brunnen mit einer Cascade zieren sollte. Als man lange nachErbauung und Vollendung des eben beschriebenen Gebäudesdas Bedürfniß fühlte, Paris mit einer großem Anzahl vonBrunnen zu versorgen, erinnerte man sich des Projekts Gon-douin's und gab Befehl, die zu demselben gehörige Fontaineauszuführen. Sie kam in kurzer Zeit zu Stande. Aber dasie ohne das dazu gehörige projektirte Gebäude geblieben, dientsie nur dazu, die Vollendung desselben wünschen zu lassen,und trägt sehr wenig zur Zierde des Gesammtganzen bei, dassie vervollständigen sollte. Das wenige Wasser, welches mander Cascade zukommen ließ, bringt bei weitem den Effektnicht hervor, welchen Gondouin sich davon versprechen mußte.Man zweifelt sogar, ob selbst eine hinreichende Wassermenge,welche erforderlich wäre, um im Glänze der Sonne zu spie-len, einen angenehmen Eindruck hervorbringen könnte, da siein eine runde Einfassung eingeschlossen, nur durch die dori-schen Säulen wahrgenommen werden kann, welche die Vor-derseite derselben bilden.

Zur Zeit als Gondouin erschien, verschönerte sich Paris durch eine Vermehrung der Quartiere, wo der damals so ge-nannte neue Geschmack der Architektur, das heißt, der desAlterthums, obgleich im Kleinen, den Styl Palladio's und jeneEleganz der Formen, Plane und Verzierungen wieder in's Le-ben rief, wovon das alte nnd neue Italien die mannigfaltigstenBeispiele darbieten. Gondouin nahm an verschiedenen Unter-nehmungen jener Epoche Theil. Mehr als eine Gelegenheitbot sich ihm dar, sowohl in Paris als auf dem Lande fürPrivaten zu arbeiten; und diese Arbeiten, bei welchen mangewöhnlich eher Glück als Ruhm ärntet, vermehrten, wennnicht seinen Ruf, doch sein ererbtes Vermögen in solchemU- 21