Anhang. 341
Bernardo Buontalenti , einer der geschicktesten undfruchtbarsten Architekten der Florcntinischen Schule, dessenWerke sehr zahlreich sind. Mit der praktischen Architekturverband er die Kenntniß und Praxis aller Arten von Arbei-ten, die in das Gebiet des Mechanikers, Dekorators, Civil-und Militär-Ingenieurs gehören. Er beendigte das Gebäudeder Galerie zu Florenz ; baute zu Pratolino das Landhausdes Großherzogs. Von ihm sind: der Palast, den man dasCasino nennt, hinter St. Markus, die Paläste Piazza,Acciauli und der des Großherzogs zu Pisa . Er gab dieZeichnungen zu dem Palaste Strozzi , den man durch denBeinamen Lsnio sie' bezeichnet. Zum Ober-Inge-
nieur von Toskana ernannt, ließ er im ganzen Lande Brückenund Dämme bauen. Er erfand viele Kriegsmaschinen und solldie erste Idee zu ven Bomben und Mörsern gegeben haben.
Giovanni Fontana , älterer Bruder des berühmtenDomenico Fontana , dem er in den großen Arbeiten beistand,welche dieser in Rom auszuführen hatte. 'Indessen schreibtman ihm, und zwar ihm allein, die Erbauung des schönenPalastes Giustiniani zu. Sein Haupttalent aber bestand inder Theorie und Praxis der Wasserbaukunst. Dem zu Folgewurde er mit der Leitung der Wasserwerke der berühmtestenSpringbrunnen Roms, zum Beispiel, von 8sn kietro iulVlontorio, in der Ltrsäa 6iulis u. s. w. beauftragt. Dievorzüglichsten Landhäuser und Gärten von Frascati verdankenihm ihre hydraulischen Werke, welche die Zierde derselbenausmachen.
Giacomo della Porta beendigte mehrere große Werke,welche Michel Angelo unvollendet gelassen, ^ohne sich aber an den-selben die mindeste Aenderung zu erlauben. So setzte er mitDomenico Fontana den obersten Theil des Doms der St. Peters-kirche fort, und mit der nämlichen Treue das Projekt MichelAngelos in der Architektur des Capitols. Beauftragt hinge-