355
Anhang.
ten von Kenntnissen versucht, trug endlich bei ihm die Nei-gung zur Architektur über alle anderen den Sieg davon. Manhat eine große Menge Werke von ihm, die aber weit unterseinem Talent und seiner wirklichen Fähigkeit sind; und seinName würde wenig bekannt seyn, wenn er nicht auch der Ur-heber eines der berühmtesten Denkmäler in seiner Art wäre,das man zu Rom und anderwärts sehen mag. Dieß ist die Fon-taine von Trevi , die hinsichtlich ihres Umfangs und der Prachtihres Gewässers und der Skulpturarbeitcn in keiner Stadtihres Gleichen findet und eine Art von stehendem hydraulischenTheater bildet, wovon kein anderes Beispiel vorhanden ist.Die Arbeiten der äußern Verzierung waren die geringsten andiesem Werke, welches wegen der Herleitung des Wassers undwegen der Menge von Schwierigkeiten und Widerwärtigkeitenaller Art, dreizehn Jahre zu seiner Beendigung bedurfte.Die Masse der Architektur, welche in der Fa^ade des Palasteöbesteht, an welchen die Fontaine sich anlehnt, ist zwar nichtdiejenige, welche der Geschmack gewünscht hätte. Wahrschein-lich aber hing es nicht von dem Architekten ab, zur Rückwanddieses Brunnens einen Palast zu wählen, welcher dem Colos-salen Neptun, dem Hauptbestandtheile dieser Verzierung, ent-sprochen hätte.
Giov. Battista Sacchetti war ein Schüler Jvara's undwurde sein Nachfolger in der Wiederaufführung des königlichenPalastes zu Madrid . Nachdem der alte im Jahre 1734 in Ascheverwandelt worden, hatte Jvara zu seiner Wiedererbauung, aberauf einem geräumigern Platze, ein neues Projekt vorgelegt, des-sen Modell in Relief noch vorhanden ist. Als aber Jvara ge-storben, wollte der König, daß der neue Palast auf dem Platzedes allen aufgeführt werde. Sacchetti wurde mit dieser Un-ternehmung beauftragt. Der neue Palast bildet ein Viereckvon 470 Fuß in der Länge auf jeder Seite seiner vier Fan-den. Seine Höhe bis zum Karnieß beträgt 100 Fuß. Die
23*