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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Cu. XIX. Von der Viehzucht.

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3. Ste ſollen jaͤhrig/ und nicht uber funff Jahr alt ſeyn.

4. Die ungthoͤrnte Geiſſen ſeynd beſſer dann die Gehoͤrnte: Dann/ wel.che keine Hoͤrner haben/ gebaͤhren nicht ſo bald unzeitig/ und vergleichen ſich vielehe mit den Schafen/ dann die Hoͤrner haben.

3. Die Geiß⸗Boͤcke/ welche nicht uͤber fuͤnff Jahralt ſeynd/ werden fuͤrdie Beſte gehalten/ und ſolle ein guter Bock nachfolgende Stuͤckehaben.

1. Einen ſchoͤnen groſſen Leib.Groſſe dicke Schenckel.Vollkommenen feiſten und kurtzen Halß·Schoͤne groſſe behenckte Ohren.Einen kleinen Kopff.Schwartze/ dickt/ lange und zottende Haare/ und7. Kleine Hoͤrner. Dann

Die Boͤcke/ ſo groß gehoͤrnt ſeynd/ und unten am Kiefel zween haarichteZuͤtteln haben/ ſeynd ſehr muthwillig und ſchaͤdlich.

II. Betreffend die Speiſe und Wartung der Geiſſen/ ſo hat derMevyer zu wiſſen/ daß dieſelbige mit geringem Unkoſten außzuhalten und zu er-naͤhren ſeynd; Dann ſie freſſen allerley Kraͤuter und Schalen von den Dor-nen/ Hecken und Baͤumen; lecken alle Mauren und ſalpetrichte Feuche ausdemſelbigen/ eſſen auch viel ſtaͤrckere Weyde/ dann die Schafe/ ſie ſteigen gernehohe undbergichte Oerter/ und wo die Sonne am hitzigſten ſcheinet/ da ſeyndſie am liebſten.

2. Die Geiſſe ſollen ihren abſonderlichen Stall haben/ und ſolle derfelbigemit Steinen gepflaſtert ſeyn/ und ſolle der Geiß⸗Hirt denſelbigen allezeit reinund ſauber halten; Dann die boͤſe Feuchtigkeit und Unreine iſtden Geiſſen ſehrzuwider/ und weiln ſie mit ihrem Gelisger auf der gepflaſterten Erden vor Liebnehmen/ und keiner ſonderlichen Unterſtreuung beduͤrffen/ ſo kan der Meyerdaſſelbige Stroh auch erſpahren.

III. Die Rammlungs⸗Zeit beut⸗fendſ iſt zu wiſſen/ daß man die Geiſ-ſe/ gleichwie die Schafe/ im Herbſtmonat/ und alſo vor dem Chriſtmonat/ ſollebeſteigen undrammlen laſſen/ damit dieſelbige bald gegen dem Fruͤhling/ wanndie Baͤume außſchlagen/ und das Laub anfaͤnget herfuͤr zu ſtechen/ ihme jungeKutzlein werffen moͤgen. 2 EE1*

IV. Die Geißmilch und Kaͤſe anbelangend/ ſohat die Meyerin nichtE ſie viel Butter machen koͤnne/ dann die Geißmilch hat nicht zu viel

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eiſte/ wird demnach der meiſte Theil der Milch zu den Kaͤſen genommen/ ſo da

köſtlich und gut werden. 12e he. Pies bDamit aber die Geiſſe viel Milch geben/ ſo ſolle man ihnen Fuͤnfffinger-kraut zu eſſen geben/ auch weyden/ wo viel Diptam waͤchſet. be. VAuß