Band 
Zweiter Band.
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Den Despotismus hotte die National-Versammlung abge-schafft, aber der Finanznoth war sie noch nicht mächtig ge-worden. Die temporären Verwilligungen, welche man demMinister Neck er von Zeit zu Zeit fast ohne Diskussion ge-macht Patte, reichten nicht aus. Ein Anl.hen von ZU Mil-lionen (9. August 1789 beschlossen) war nicht gelungen: einzweites von 89 Millionen (27. August) war nicht hinreichend.Die Steuern gingen nicht regelmäßig ein und waren gro-ßentheils abgeschafft. Nccker hatte vorgeschlagen, das öffent-liche Vertrauen in Anspruch zu nehmen, und den viertenTheil aller schon besteuerten Einkünfte als außerordentlicheContribütion von dem französischen Bürger zu verlangen. DieNational-Versammlung schwankte: da kam Mirabeau, wel-cher sich damals schon der Regierung näherte, dem Mini-ster mit der Allmacht seiner Rede zu Hilfe; die Versamm-lung durch seine Vorstellungen von der Gefabr eines Natio-nalbankerots erschreckt, willigte in alle Anträge Neckers, unddie patriotische Contribütion wurde unter allgemeinem Bei-fall beschlossen. — 2tber auch diese Hilfsquelle brachte nurmomentane Erleichterung.

Eine durchgreifende Maaßregel, das Defizit zu decken undder Revolution Bestand zu verleihen, mußte genommen wer-den, und dieß war die Einziehung aller geistlichenGüter als Staatseigenthum, denn nicht zum Besty,nur zur Verwaltung waren sie in den Hände» des Clerus.Die Nation, indem sie die Kosten des Altars und seinerDiener übernabm, durfte dieselben an sich ziehen und sich,neben dem großen politischen Resultat, eine bedeutende finan-zielle Erleichterung verschaffen. Wo Alles neu wurde, durftedie alte als Staat im Staate fast unabhängig dastehendeKirchen-Körperschaft nicht fortdauern: sie mußte sich vvmStaate besolden lassen, um an sein Interesse geknüpftzu seyn. So wurde denn zuerst (am 4. August) die Ablös-barkeit der Zehnden; dann (ii. August) die Abschaffung derKirchen-Zehnden ohne Lösegeld beschlossen. Später forderte