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Zweiter Band.
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Gefühl seiner Einheit gekommen, und alle Kriege, die es führte,waren Bürgerkriege. Das Reich stand bei sich und andernin Verachtung. Seit dem siebenjährigen Kriege hatte es einenununterbrochenen Frieden genossen. Auch blühten die Künstedes Friedens in mehreren der kleinen Staaten, unter welchensich vor den übrigen die protestantischen durch Betriebsam-keit auszeichneten. Aber Nationalsin.il und Nativnalkraft wa-ren dahin. Jeder sorgte nur für sich, nicht für das Ganze.Die Unzahl kleiner Herren saugte am Mark der Unterthanen;und das Vermögen, womit große allgemeine Zwecke hättenausgeführt werden mögen, wurde an üppigen, dem französischennachäffenden Höfen verpraßt.

Welch ein Reich hätte das deutsche seyn können, wenn dieMenge blühender Städte und Kreise Einen Mittelpunkt ge-habt, nach Einem Ziel gestrebt hätten! Wie viel Unglück undSchande hätte dem unschuldigen Volke erspart Werdenkönnen,wenn jene Zersplitterung nicht gewesen wäre, die fremden undeinheimischen Despoten den Weg in das Herz Deutschlandsbahnte! — Zwar sagt Jvh. von Mütter: „so lange die Wahlnur zwischen Fürsten und Statthaltern ist, sind jene vorzüg-lich." Der edle Mann wagte nicht, sich ganz auszusprechen. Frei-lich mochte ihm die Statthalterschaft der Rheinbundfürstennoch schimpflicher und drückender scheinen, als die Herrschaftder Stammfürsten!

12) Die Schweiz war eine Bundesrepublik von dreizehnKantonen, die theils demokratisch, theils aristokratisch regiertwurden. Dieses Volk lebte in Ruhe und Frieden, ohne Auf-lagen, Polizei und stehendes Heer. Seit lange blieb esneutral in den Kriegen der Mächte, von welchen es umge-ben war. Vermöge PrivadContrakts stellten einzelne Kan-tone den bourbonischen Höfen, besonders Frankreich, jungeMannschaft, die sie in Ueberfluß hatten. Es befanden sichetwa 25,000 Schweizer auf solche Art im Ausland. BeimAusbruch der Revolutionen fiel auf diese Leibwachen undSatelliten der Tyrannen der Grimm ausgestandener Völker.