strafbar sey, der, ohne Erlaubniß des Kriegsministers, seinHeer, das vor dem Feind stehe, verlasse, und in die Haupt-stadt komme, um den Gesetzgebern der Nation Verweise zugeben und Vorschriften zu ertheilen? Nur der anerkannteCharakter Lafapette's, in welchem Niemand ernstlich einenErom well vermuthete, und die schöne Vcrtheidigungsrede,welche ihm Ramond hielt, verschafften ihm die Ehre einerSitzung. Lafapette ging weiter: er wollte seinen ehmaligenEinfluß bei der Nativnalgarde benutzen, um die Jakobiner zuzerstreuen, und den König in seine verfassungsmäßige Gewaltund Lichtung wieder einzusetzen. Mittelst einer Revue derNativnalgarde sollte dieses geschehen. Aber der König wolltenicht. Die Agenten des Hofs veranlaßten die Häupter derroyalistischen Partei ihre Sektionen zurückzuhalten; die übri-gen waren den Bewegungsmännern zugethan, und es erschie-nen kaum dreißig Mann, um sich von Lafapette musternzu lassen. Dieser reiste zu seiner Armee ab, nachdem erdurch seine vergeblichen Versuche zur Gegenrevolution Ein-fluß und Popularität gänzlich verloren hatte.
Wegen der gefährlichen Lage, in welcher sich Frankreichnach innen und außen befand, war von der National-Ver-sammlung eine außerordentliche Kommission von Zwölfenernannt worden, welche über den Zustand des Vaterlandszu berichten hatte. Pa störet, als Berichterstatter, ent-warf ein wenig beruhigendes Bild von dem Zustand desStaats und den Parteien, welche ihn bewegen. JeanDcbrp, ein Kommissions-Mitglied, machte den Vorschlag,die Versammlung solle, zur Beruhigung der aufgeregten Ge-müther, beschließen, daß sie, sobald eine Krisis drohe, dießöffentlich mit dem Austruck erklären wolle: „Das Va-terland ist in Gefahr."
Das Vaterland war in Gefahr; denn der Hof wirkteden Bertheidigungs-Anstalten der National-Versammlung wi-der den von außen eindringenden Feind nach allen Kräften