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Zweiter Band.
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der schrecklichsten und bedaurungswürdigsten der Weltgeschichtezu brandmarken gesucht, weil an ihm die „Pöbelherr-schaft", die „Tyrannei des Schreckens" ihren eigent-lichen Anfang genommen habe; aber man vergißt dabei, daßdie Umstände, nicht einzelne Demagogen, solche Re-sultate hervorriefen. Ohne Grund läßt sich kein großes Volkeraltiren und an die Schlachtbank führen. Frankreich befandsich in einer wirklichen, nicht in einer vorgespiegeltenKrisis. Diese Krisis war nicht das Werk der demokrati-schen, sondern der aristokratischen Partei, welche die WaffenEuropa's in das Herz des Landes gerufen, sie war das Werkdes Hofs, welcher heimlich conspirirt hatte. Die Nation,so gern sie gewollt hätte, konnte Ludwig dem XVI. nicht mehrtrauen, denn es lag am Tage, daß er dem Volke nur noth-gedrungen Zugeständnisse mache, und dieselben jeden Augen-blick zurückzunehmen bereit sey, wenn ihm wieder freiesSpiel gelassen werde. Die Feinde standen vor den Thoren;sie hatten vvlkerwiderrechtliche Drohungen vorausgeschickt; dieHauptstadt besonders mußte auf das Schrecklichste gefaßt seyn.Wenn man aber Millionen zu Schuldigen macht undihnen unbarmherzige Strafe androht: so darf man auchversichert seyn, daß siezuvor das Aeußerste wagen wird, ehestedas Aeußerste duldet. Die Franzosen konnten nicht mehrzurück, sie mußten vorwärts, und wäre es über zahlloseLeichname und die Trümmer eines Throns. Aus dieserrichtigen Ueberzeugung ging der 10. August hervor. An dieStelle der konstitutionell-monarchischen trat jetzt eine demo-kratisch-revolutionäre, diktatorische Regierung. Ordonnan-zen, wie sie der Drang, oder die Leidenschaft des Augenblickserforderte, herrschten bis zur Verfassung des Jahres III. derRepublik. Die unteren Klassen, welche von nun an dieexekutive Gewalt bildeten, waren allmächtig, und in ihremNamen die demokratischen Häupter, welche abwechselnd ihrVertrauen erhielten. Aber nur diese Diktatur, die ent-fesselte Leidenschaft, der Parorysmus der Freiheit konnte