Band 
Zweiter Band.
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den Zustand von Frankreich und Paris Veranlassung gab,verwandelten sich abermals in Parteistürme. Roland hattedie Septembermetzeleien, die Eingriffe der Gemeinde, die An-schläge der Aufwiegler denüncirt. Neue Verbrechen werdenim Schooße der Gesellschaften gebrütet; er habe von demCriminal-Gerichtshof die Anzeige, daß er und die angesehen-sten Girondisten bedroht seyen; nach dem Ausdruck ihrerFeinde „bedürfe es eines frischen Blutbads," unddiese Leute wollen von Niemand hören, als von Robespierre.Der Genannte bestieg schnell die Tribüne. „Niemand wirdes wagen, erwiederte er, mich ins Angesicht anzuklagen!"„2ch! — schrie entschlossen Louvet, — ja, Robespierre (ihnmit den Augen firirend), ich klage dich an!" und in feurigerImprovisation suchte er zu beweisen, daß Robespierre, dessenHandlungsweise er Schritt für Schritt verfolgte, ein Ehr-geiziger, ein Feiger sey, der durch Schrecken und Mord Pa-ris, den Konvent, Frankreich tyrannistren wolle- daß derPariser Gemeinderath die öffentliche Macht hindere, denVerbrechen Einhalt zu thun; und immer war sein schreckli-cher Refrain: Robespierre, ich klage dich an! Louvetverließ unter Beifallsbezeigungen, Robespierre bestieg unterGemurmel mit der Blässe der Ueberraschung die Redner-bühne. Er verlangte acht Tage zu seiner Vertheidigung;als diese um waren, erschien er mit siegreicher Miene inder Versammlung; mit Ironie widerlegte er die Beschuldi-' gungen seines Gegners, erwies seine Verdienste um die Sacheder Nation, welchen gegenüber die Schwäche und Unhalt-barkeit der vagen Anklage-Gründe nothwendig einleuchtenmußte. Bezeichnend für Robespierre's Beredtsawkeit ist dieStelle, wo er von den Septembrisirungen spricht: „Manversichert, daß ein Unschuldiger umkam, man gefiel sich, dieZahl zu erhöhen; aber auch ein Einziger ist schon viel, ohneZweifel; Bürger, beweinet diesen grausamen Mißgriff! wirhaben ihn lange beweint; es war ein guter Bürger; einerunserer Freunde also. Beweinet selbst die schuldigen, der