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Zweiter Band.
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chen werden: er kann unschuldig seyn. Was sage ich? Ermuß als unschuldig angenommen werden, bis er gerichtetist. Aber wenn Ludwig freigesprochen wird, wenn Ludwig alSunschuldig angenommen werden kann, was wird dann aus derRevolution ? Wenn Ludwig unschuldig ist, so werden alle Verthei-diger der Freiheit Verläumder. Alle Rebellen waren dann Freundeder Wahrheit und Vertheidiger der unterdrückten Unschuld; alleManifeste der fremden Höfe find alsdann nur gesetzliche Beschwer-den gegen eine gewaltthätige Partei. Der Verwahrsam selbst,in welchem Ludwig bis auf diesen Augenblick war, ist eineungerechte Mißhandlung; die Föderirten, das Volk vonParis, alle Patrioten des französischen Reichs sind schuldig;und dieser große Proceß, zwischen dem Verbrechen und derTugend, zwischen der Freiheit und dem Despotismus, anhän-gig gemacht bei dem Gerichtshöfe der Natur, ist endlichentschieden zu Gunsten des Verbrechens und der Tyrannei.Sehet euch wohl vor, Bürger! ihr ließet euch hier durchfalsche Begriffe irre machen; ihr verwechselt die Bestimmun-gen des bürgerlichen und positiven Rechts mit den Grund-sätzen des Völkerrechts; ihr verwechselt die Beziehungen derBürger unter einander mit dem Verhältniß der Nationenzu einem Feind, der sich wider dieselben verschwört; ihr ver-wechselt endlich den Zustand eines Volks in Revolution mitder Lage eines Volks, dessen Regierung befestigt ist; ihrverwechselt eine Nation, welche einen öffentlichen Geschäfts-führer straft, indem sie die Regierungsform beibehält, miteiner solchen, welche die Regierung selbst zerstört. Wirwenden die uns gangbaren Begriffe auf einen außerordent-lichen Fall an, der von Grundsätzen abhängt, die wir nochnie angewendet haben. Weil wir daher gewohnt sind, dieunter unsern Augen vorgefallenen Vergehen nach einförmigenBestimmungen gerichtet zu sehen, so fühlen wir uns natür-lich zu glauben versucht, daß die Nationen, unter keinenUmständen, wen^sie gerecht seyn wollen, auf andere Weisegegen einen Menschen, der ihre Rechte verletzt hat, verfahren