Band 
Zweiter Band.
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Periode des großen Schreckens.

Bom r. Juni 179Z bis zum s. Thermidor des Jahrs ll.(27. Juli 1794.)

Ursachen. Lage der Dinge.

Wir stehen an derjenigen Epoche der revolutionären Re-gierung, wo sich der Historiker zur Höhe der Begebenheiten,die er erzählt, erheben, wo er sich mehr, als sonst, jederpersönlichen Betrachtungsweise enthalten muß, um nur dasallgemeine Interesse im Auge zu haben. Nicht sowohl ein-zelne Parteien oder Personen sind hier in Betracht zu zie-hen, sondern vielmehr das Volk selbst, die französische Na-tionalität. Ein Volk, wir wiederholen hier eine frühereBehauptung, thut nur, wozu es herangebildet worden ist;das französische also von 1789, erzogen unter dem Regimentdes brutalsten und blindesten Despotismus, konnte im Kampfmit demselben Despotismus nicht anders verfahren, als mit-telst des Schreckens; das hieß denselben mit seinen eigenenWaffen bekämpfen. Nicht das Volk hat den Schrecken er-funden, es hat sich gegen seine Herren nur derselben Geiselbedient, womit diese es während der langen Dauer seinerKnechtschaft gezüchtigt hatten; noch mehr, das Königthumund der aristokratische Egoismus waren nicht zufrieden,das Volk mit der rohen Gewalt vertraut gemacht zu haben :sie nöthigten es auch, dieselbe in Anwendung zu bringen.Im Augenblick, wo, nach den ersten Revolutionsstürmen,Humanität, liberale Gesinnung, Bruderliebe feste Wurzelnin den Herzen zu schlagen begannen, verbanden sich jenefeindlichen Elemente, um einen letzten Angriff zu wagenund die Revolution in ihrem eigenen Blut zu ersticken.Nie in den Annalen der Menschheit ist eine Nation aufunsinnigeren und verstockteren Widerstand von Innen undAußen gegen ihre dringendsten Wünsche und Bedürfnisse