Band 
Zweiter Band.
Seite
527
JPEG-Download
 

Feinde auf, als alle seine andern revolutionären Maaßregeln.Der öffentliche Unmuth beschränkte sich nicht auf Wortedes Tadels, auf persönliche Verwünschungen gegen die Di-rektoren; er gestaltete sich im Süden zu einem wirklichenAufstand. Die Ober-Garonne erhob die Fahne der Empö-rung, und abermals beging das Direktorium bei dieser Ge-legenheit den Unschick, die Gefahr dieser Erhebung zu stei-gern, und ihr eine reelle Bedeutsamkeit beizumessen, indemes das Departement der Ober-Garönne „außer dem Bereichder Verfassung" erklärte und in einer Proklamation „dieRäuber des Südens und die Räuber des We-stens" in Eins verschmolz. Doch hatten die Unruhen imSüden keine bedenkliche Folge, sie wurden leicht unterdrückt:den Völkern des Südens ist überhaupt von Natur jeneEnt-zündlichkeit eigen, welche die Revolutionen beginnt: aber esfehlt ihnen an moralischem Muth, um sie fortzusetzen. Nichtso verhält es sich mit den Völkern des Westens, welche auskeltischem uNS normannischem Stamme entsprossen sind. Drei-zehn Armeen erhoben sich in der eigentlichen BeNdee, zehnin der Bretagne und Normandie, unter den Befehlen vonBourmont, Rvchecotte, Chätillon, Frvttv, LeChandelicr,d'Autichamp, Grignon, Suzannet, Limoölan und GeorgesCadoudal. Jetzt noch einmal, hätte die englische Politikzugegeben, daß ein französischer Prinz sich an die Spitze derVend^e stelle, war es geschehen um däS Direktorium, unddie Restauration hätte diese einfältige Regierung ebenso leichtgestürzt, als es Napoleon 2 Monate später that, am Tagedes 18. Brumaire. Die royalistischen Armeen schlugen sichin diesem Feldzug nicht so kräftig, wie unter Charette; den-noch waren ihre Fortschritte in der Bretagne, der Norman-die und dem Maine sehr bedenklich; sie nahmen eine großeAnzabl von Städten weg, besetztenSaint-Brieur, le Mansund Nantes, und sprachen laut von einem Zug auf Paris.

Das Direktorium wußte nicht mehr, wo ihm der Kopfstand; auch verbarg es dieß schlecht unter dem Gepränge-