Band 
Zweiter Band.
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nicht günstiger behandeln, als die Bevölkerung unserer beidenKüsten. Sollte das goldene Buch der Mehrzahl nach mitNamen von Provincial-Familien gefüllt werden ? Das wäreeine gänzliche Untergrabung unserer Verfassung; das hießeuns die Abtretung des Erbes unserer Vater vorschlagen.Die Corsen sind nicht furchtbar; unseren Fehlern verdankensie alle ihre Fortschritte. Mit mehr Weisheit wird es unsleicht seyn, diese Handvoll Rebellen ohne Artillerie, ohneKriegszucht und Ordnung zu unterwerfen!"

In allen Consulten (es gibt Jahre, wo sie deren meh-rere hielten) machten die Corsen Manifeste bekannt, worinsie die alten und neuen Klagen gegen ihre Unterdrücker ein-zeln aufzählten. Ihr Zweck war» Europa für ihre Sachezu interessiren, und damit den nationalen Patriotismus zuerhöhen. Mehrere dieser von Orticone verfaßten Manifestesind voll Kraft, Klarheit und edler Gesinnung.

Man hat falsche Ansichten über den König Theodor. DerBaron von Neuhoff war ein Westphale; er landete auf derKüste von Aleria mit vier Transportschiffen, welche GewehrePulver, Schuhe u. s. w. an Bord hatten. Die Kosten die-ser Sendung hatten holländische Privatleute und Spekulan-ten aufgewendet. Diese unerwartete Hilfe, in einem Augen-blick allgemeiner Entmuthigung, schien vom Himmel zukommen. Die Häuptlinge riefen den deutschen Baron zumKönig aus, stellten ihn dem Volk als einen großen FürstenEuropa's dar, der ihnen für die Zukunft ein Unterpfandmächtiger Hilfe sey. Diese Erfindung hatte den bezwecktenErfolg; sie wirkte 18 Monate lang auf die Menge; als sieabgenützt war, kehrte der Baron Neuhoff auf das Festlandzurück. Mehre Male erschien er wieder an den Gestadender Insel mit bedeutender Zufuhr, die er dem Hofe vonSardinien und dem Bey von Tunis verdankte. Es ist dießeine abentheuerliche Episode jenes merkwürdigen Kriegs, undbeweist, wie die Leiter des Landes alle mögliche Gattungenvon Hilfsquellen zu eröffnen wußten.