59 »
freunde die rechte Seite und die Girondisten die linke; diesebildeten ihrerseits im Convent die rechte Seite, und diePartei, genannt der Berg, saß auf der linken und leitetedie Partei des Volks. Die Verfafsungsfreunde in der con-siituireuden Versammlung statten die Entfernung der Linien-truppen verlangt, indem sie den Grundsatz aufstellten, daßdie Versammlung durch die Nationalgarde bewacht werdenmüsse; in der gesetzgebenden stielten sie an der entgegenge-setzten Meinung, und forderten mit großem Geschrei diepinientruppen wieder herbei; aber die Girondisten verwarfenmit Entrüstung jede Anwendung einer besoldeten Armee ge-gen die Mehrheit des Volks. Die Girvnde verlangte ihrer-seits später den Schutz einer Linienarmee gegen die Volks-partei; und so veränderten die Parteien abwechselnd ihre An-sicht je nach den Umständen.
Die Parteien der Gironde und des Berges waren zusehr gegen einander erbittert; hätten sie beide sich gehalten,so wäre die Staatsgewalt gefesselt und die Republik nichtim Stande gewesen, mit dem gegen sie verschworenen Eu-ropa zu kämpfen. Das Wohl des Vaterlands erheischte,daß eine von beiden triumphire. Am Zl. Mai unterlag dieGironde, und der Berg herrschte ohne Widerspruch. DerErfolg ist bekannt; die Feldzüge von 1795 und 1791 habenFrankreich gegen den Einbruch des Auslands gerettet.
Hätte man denselben Erfolg erlangt, wenn die Girondeden Sieg davontrug, und der Berg am zi. Mai geopfertworden wäre? Wir glauben nicht. Die verdrängte Berg-partei hätte immer einen großen Einfluß in Paris, bei denVolksgesellschaftev und Armeen behauptet, was dfe Girondeveranlaßt haben würde, mehr Schonung für die der Revo-lution feindlichen Parteien zu bevoachten, und in Wirklich-keit die Thatkraft der Ration, welche unter den obwalten-den Umständen in ihrem ganzen Umfange nöthig war, ver-mindert hätte. Ohne Zweifel zählte man unter der Girondemehr Talente, als bei dem Berge; aber die Gironde bestand