646
Die Repräsentanten machten geltend, daß, wenn man dieProvence räume, die Engländer genöthigt seyn werdendstezu ernähren, und man nach der Ernte mit Vortheil dieOffensive wieder ergreifen könne mit einer vollzähligen undausgeruhten Armee. „Dieß ist sogar unumgänglich noth-wendig, behaupteten sie: denn nach vier Monaten ist zu guterLetzt Tvulon noch gar nicht angegriffen, und da der Feindtäglich Verstärkungen erhält, so steht zu fürchten, daß wirgezwungen werden, in Hast und Unordnung zu thun, waswir jetzt regelmäßig und mit Ordnung bewerkstelligen können."
Aber wenige Tage nach der Ankunft dieses Schreibens imConvent war Toulon eingenommen. Es wurde alsdann vonden genannten Repräsentanten als unächt verworfen — mitUnrecht; denn dieses Schreiben war wahr und gab eine richtigeVorstellung von der allgemeinen Ansicht, die über den schlechtenErfolg der Belagerung herrschte und über den bedenklichenZustand der Provence. Dugvmmier hatte sich entschlossen,einen entscheidenden Angriff auf Klein-Gibraltar zu thun,Der Artilleriekommandant ließ 7 — 8000 Bomben hineinwerfen,während 50 Vierundzwanzigpfündsr die Vertheidiger sammtden Schuywehren niederschmetterten.
Am 18. December um 4 Uhr Abends brachen die Truppenaus ihren Lagern auf und nahmen ihre Richtung gegen dasDorf la Seine; der Plan war, um Mitternacht anzugreifen,um das Feuer des Forts und der dazwischen liegenden Schanzenzu vermeiden. Im Augenblick, wo Alles bereit war, berufendie Volksrepräsentanten einen Kriegerath, um zu erwägen,ob man angreifen solle, oder nicht: scp's, daß sie den Aus-gang dieses Angriffs iürchteten und alle Verantwortlichkeitdafür auf den General Dugvmmier zurückwerfen wollten;sey's, daß sie sich durch die Gründe mehrerer Offiziere hattenbestechen lassen, welche diese Unternehmung für unmöglicherachteten, besonders wegen der erschrecklichen Witterung; derRegen fiel in Strömen.
Dugommier und der Artilleriekommandant lachten dieser