140
ohne unmittelbare Vertheidigung zu lassen. Bei seiner Rück-kehr von der Schlacht von Austerlitz besprach sich der Kaiseroft über die Befestigung der Höhen von Paris und ließmehrere Plane darüber verfertigen. Die Furcht, die Ein-wohner zu beunruhigen, und die unglaubliche Schnelligkeit,mit welcher sich die Ereignisse folgten, verhinderten ihn. die-sem Vorsatz Folge zu geben. Wie wollt ihr. wird man sa-gen. Städte befestigen, welche 12—15,000 Toisen im Umfanghaben? Zhr werdet 80 oder 100 Bollwerke. 50— 60 , 00 « MannBesatzung und Batterien von 800 bis 100« Stücken Geschütznöthig haben. Aber 60,000 Soldaten sind eine Armee; wärees nicht besser, sie in der Linie zu beschäftigen? Dieser Ein-wurf ist überhaupt gegen große Festungen gemacht worden;aber er ist falsch, weil er einen Soldaten mit einem Mannüberhaupt verwechselt. Ohne Zweifel bedarf man, um einegroße Hauptstadt zu vertheidigen. 50—60,00« Männer, abernicht 50—60,000 Soldaten. In Zeiten des Unglücks undgroßer Unfälle können die Staaten Soldaten, nie aber Män-ner entbehren zu ihrer inneren Vertheidigung. 50,000 Mann,worunter 2—3000 Kanoniere sind, werden eine Hauptstadtvertheidigen, und einer Armee von 3—400,000 Mann denEingang verwehren, während diese 50,000 Mann, wenn sienicht wirkliche Soldaten und von erfahrenen Offizieren com-mandirt sind, auf freiem Felde durch einen Angriff von 3000Mann Eavallerie über den Haufen geworfen werden. Ueber-dicß sind alle große Hauptstädte im Stande, einen Theil ihresBezirks durch Ueberschwemmungen zu decken, weil sie allean großen Flüssen gelegen sind, und die Gräben mit Wassergefüllt werden können, sey es nun auf natürlichem Wege oderdurch Pumpen. Solche wichtige Plätze, welche so zahlreicheBesatzungen in sich fassen, haben immer eine gewisse Anzahlbeherrschender Stellungen, ohne deren Besitz es nicht mög-lich ist, den Eintritt in die Stadt zu wagen.
Aber, welches auch immer der Feldzugsplan war, derman im Jahr 1815 annahm, welche Sorge man auch trug.