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Zehnter Band.
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Punkt zu finden, von welchem der Impuls ausgeht, und ge-gen welchen alle andere Hinstreben. Weniger schwierig würdedie Unterwerfung des ganzen Landes unter eine einzige aus-wärtige Macht seyn; denn diese Völker würden sich eher da-ran gewöhnen, alle unter einem gleich schimpflichen Joch« zuschmachten, als ihre alten Rivalitäten zu vergessen und ihrekleinlichen Eifersüchteleien aufzugeben. Somit war, von demersten Gesichtspunkte aus betrachtet, Murat's Erpeditionchimärisch ; vom zweiten auS war sie unklug. Warum, wennder Kaiser den Frieden zu wollen schien, einen Krieg begin-nen, in welchem es ihm unmöglich war, neutral zu bleiben?Warum endlich Alles auf das Spiel setzen, wenn man eineblose Diversion machen wollte, während sich eine ebenso im-ponirende und ebenso nützliche ohne das mindeste Risiko ma-chen ließ*)? Wären die Oestreicher wohl über die Alpen

Am 16. Februar ISIS schickte Napoleon einen seiner Kammcrherrcnnach Neapel, um diesem Hofe Folgendes zu wissen zu thun i i) daß erabreise, um in seine Hauptstadt zurückzukehren und seinen Thron wie-der zu besteigen; daß er entschlossen sey, den Vertrag von Baris auf-rechtzuhallen, was ihn hoffen lasse, daß die verbündeten Mächte sichnicht in diesen Bürgerkrieg milchen werden; 2) daß er wünsche, daßMurat einen Kourier nach Wien schicke und durch seinen Gesandtendiesem Hof erklären lasse-, daß Frankreich den Vertrag von Paris fort-während halten werde und namentlich alle seine Ansprüche auf Italienaufgebe; z) daß in jedem Fall die Feindseligkeiten nicht vor Ende Juli'sbeginnen könnten ; daß Frankreich und Neapel Zeit haben werden, stehzu verständigen; daß Murat vorläufig sein Heer in einer guten Stel-lung vor Ancona verstärken und bei allen unvorhergesehenen Ereignissenden Grundsatz festhalten solle, es sep besser zurückzugehen, als vorzurücken,besser, hinter dem Garigliano, als am Po die Schlacht zu liefern; daßer als Diversion und von einem französischen Heere untcrstüzt Viel, ohnedieses aber Nichts ausrichten könne.

Als Murat den triumphähnlichcn Einzug Rapolcon's in Grc-noble undLpon erfuhr, kündigte er laut seine Absicht an, einen allgemei-nen Aufstand in Italien zu veranlassen, und erklärte, es se» an ihm,seine Unabhängigkeit zu proclamiren, und die französischen Waffen wür-den im Monat Juli die eiserne Krone wieder erobert und das König-reich Italien wieder hergestellt haben. Die Königin und der Abgesandtedes Kaisers warfen sich ihm zu Füßen und stellten ihm die Gefahr ei-nes solchen Unternehmens vor; er bestand darauf.

Der Wiener Hof glaubte, dieß geschehe auf Napoleon's Befehle;und der Vertrag gegen Frankreich ward unterzeichnet. Zweimal von,unbegreiflichsten Schwindel befallen war Murat, zweimal die Ursache