Band 
Zehnter Band.
Seite
281
JPEG-Download
 

281

durch dumpfes Getöse an. Der Moniteur vom s. Maienthielt eineProclamation von einem gewissen Zustus Gre-mer, der von Düsseldorf aus den braven Deutschen diePlünderung Frankreichs versprach; der König von Preußen,hatte sich ebenfalls Drohungen erlaubt. Castlereagh warfein genug, nicht die ganze Nation zu beleidigen; er verstandsich sogar zu einer Abänderung deS Wiener Vertrags vom25. Merz und wollte den Franzosen die Herrschaft derBour-bonen nicht aufdrängen, nur Bonaparte sollte vom Throngestoßen werden; die Falle war plump angelegt, und den-noch ließen sich viele aufrichtige Patrioten darin fangen. Dieehrlichen Leute können die Moral der Regierungen nichtahnen: sie haben gesehen, was die Reden eines Castle-reagh galten, bald werden sie erfahren, was von der Unter-schrift eines Wellington zu halten ist.

Indeß machten die Manifeste der großen Mächte, dieDrohungen des Königs von Preußen und die Insulten einesGremer auf die Majorität des Volks einen ganz andernEindruck, als man gehofft hatte. Die Föderationen verstärk-ten sich auf allen Punkten; die Straßen waren von Soldatenbedeckt, die bei ihren Corps sich einstellten, von auserlesenenBataillonen Nationalgarden, welche die Garnisonen bildensollten. Die patriotischen Gaben mehrten sich: in dem De-partement de I'Aisne, einem der von dem Feinde am meistenbedrohten, wurden allein 1,100,000 Franken zusammenge-bracht.

Die Hoffnung auf Frieden war verschwunden, und am15. Mai hatten wir beinahe ebenso viele active Truppen un-ter den Waffen, als in dem Augenblick, wo die Feindselig-keiten begannen. Warum jezt die schlechte Stellung der Eng-länder, welche das Feld nicht hätten halten können, und dieSchwäche der preußischen Armee nicht benützen, um in