Band 
Zehnter Band.
Seite
369
JPEG-Download
 

369

, „Man möchte unS die Bourdonen aufdrängen, und diese! Fürsten werden von der ungeheuern Mehrzahl der Franzosenverworfen. Wenn man in ihre Rückkehr willigen könnte,erinnert euch, Repräsentanten, daß man dadurch das Todes-urtheil der Armee unterzeichnen würde, dieser Armee, die seit20 Zähren das Palladium des Vaterlandes war.

„Es gibt im Krieg Erfolge und Unglücksfälle; in denersten sah man uns groß und edelmüthig; in unserem Un-glück werden wir, wenn man unS demüthigen will, zu ster-ben wissen.

„Die Bourbonen bieten uns keine Garantie. Die uner-bittliche Geschichte wird einst erzählen, waS sie gethan haben,um den Thron Frankreichs wieder zu besteigen; sie wirdauch daS Benehmess der Armee schildern, und die Nach-welt wird urtheilen, wer die Achtung der Welt besser ver-diente."

Diese Adresse wurde von Unterschriften bedeckt; der Ge-neral Chartran, der später in Lille ermordet wurde, ohneZweifel zur Strafe für den Eifer, den er bei dieser Gelegen-heit zeigte, trug sie im ganzen Lager herum, und sie wurdenoch an demselben Tage dem Abgeordneten Bedoch zuge-stellt. Einer der Generale, der sie unterzeichnet chatte, fandindeß Zeit, seine Unterschrift zu streichen, und man belohnteihn später dafür mit dem Auftrag, seinen alten und unglück-lichen Freund, den General Bertrand, zu richten; aberDavoust bereute nicht schnell genug, und als er seinenNamen auslöschen wollte, war die Adresse bereits in denHänden der Repräsentanten; doch machte er seinem Kum-mer mit dem Ausrufe Luft: Ich wollte gerne 100,000 Tha-ler geben, wenn ich sie nicht unterzeichnet hätte!

Die unendliche Mehrheit der Kammern theilte die Gesin-nungen des Heeres. Sie hatten, wie schon gesagt, Kommis-säre ernannt, welche die Lager durchzogen und die Begeisterung,die sie selbst beseelte, allen Herzen einflößten. Arnault,der unsterbliche Verfasser des Germanicus, Garrau, der

x L4