Band 
Zehnter Band.
Seite
423
JPEG-Download
 

423

wenig authentischer Zeitungsartikel waren der Gegenstandunserer ernstesten Erörterungen und der Spielraum für un-ser beständiges Schwanken zwischen Hoffnung und Furcht.Wir spürten den geringfügigsten Sagen nach; wir suchten beijedem Ankömmling günstige Auslegungen, täuschende Hoff-nungen: so wenig eignet sich das Flüchtige und Beweglicheunseres Nationalcharakters zu jener stoischen Resignation, zujener unerschütterlichen Eoncentration, welche blos die Fruchtfester Vorstellungen und bestimmter von Jugend auf einge-sogener Lehren sind.

Die Zeitungen, vorzüglich die ministeriellen, wüthetengegen uns: sie waren das Echo der Minister, welche dieWelt zu dem Streiche, den sie vorhatten, vorbereiten woll-ten. Man kann sich kaum eine Vorstellung von den Gräueln,den Lügen, den Verwünschungen machen, die sie gegen unSausstießen; und bekanntlich bleibt davon immer Etwas an derMenge hängen, so gut sie auch sonst gestimmt seyn mag.Auch war das Betragen um uns her etwas gespannter, dieHöflichkeitsbezeugungen waren verlegener, die Gesichter zwei-felhafter geworden.

Admiral Keith, der sich schon lange hatte ankündigenlassen, erschien doch nur auf einen Augenblick; wir sahendeutlich, daß man eine Scheu vor unserer Lage hatte, daßman unsere Gespräche vermied. Die Zeitungen sprachen vonden zu ergreifenden Maßregeln; da indessen noch nichts Amt-liches bekannt war, und sie sich in einigen Nebenumständenwidersprachen, so schmeichelten wir uns fortwährend mit Hoff-nungen und verharrten in jenem Dunkel, in jener Ungewiß-heit, die schlimmer als alle Entscheidung ist. Indessen hatteanderer Seits unsere Erscheinung in England eine unerwar-tete Bewegung daselbst hervorgebracht. Die Ankunft desKaisers hatte eine Neugierde, die bis an Ueberspannunggränzte, aufgeregt; wir erfuhren Dieß aus den öffentlichenBlättern, die ein solches Betragen tadelten. Ganz Englandströmte nach Plymouth. Eine Person, die gleich nach