474
seit vierzig Jahren die Insel bewohnt, ältestes Mitglied desRegierungsrathes, gegenwärtig Gouverneur, reicher Land-Eigenthümer auf der Insel und gewiß mehr geneigt ist, dieVorzüge als die Nachtheile herauszuheben. Er sagt, Seite 298seine- Werkes: „Nur auf sehr beschüzten Stellen der Inselgedeiht die Eiche; auf Plätzen, die ausgesezt sind, haben dieWinde, die stets in gleicher Richtung blasen, einen wahrhafttödtlichen Einfluß sowohl auf die Eichen als auf die meistenanderen nicht einheimischen Bäume." Ein andermal, Seite 255,sagt er: „Gouverneur Dun bar war unermüdet in seinenBemühungen, die Hülfsqueflen und die Fruchtbarkeit desBodens zu vermehren. Man machte Versuche, Haber, Gersteund Waizen bei Longwood anzubauen: der Erfolg schienanfangs so günstig, daß man hier eine Scheune erbaute;nachdem aber die nachfolgenden Ernten fehlschlugen, so warddas Gebäude in eine Wohnung für den Vicegouverneur ver-wandelt. Diese Vereitelung ist entweder der Dürre im Sommer,oder einer Eigenheit des Elima und des Bodens zuzuschrei-ben, nicht aber, wie man behauptet hat, den Verheerungendurch die Ratzen."
Es gibt wohl keinen deutlicheren Beweis für die Unan-nehmlichkeiten des hiesigen'Aufenthalts, als die Thatsache, daßLongwood, der elendeste Fleck der Insel, vor Napoleon'sAnkunft nie anhaltend bewohnt wurde. Es war der Landsitzdes Vicegouverneurs, aber nie hat er sich länger als drei odervier Monate im Jahr hier aufgehalten. Kein Bewohner derInsel hat hier seine bleibende Wohnung genommen, weil erdie Schädlichkeit des Aufenthalts kannte. Diese Thatsachesagt mehr, als ganze Bände thun könnten.
Die folgenden Bemerkungen über das Elima von St. Helena,die auf eigene Beobachtungen und Erfahrungen gegründetsind, werden bei gegenwärtiger Veranlassung nicht überflüssigscheinen. Um sie auch dem ungelehrten Leser verständlich zumachen, muß ich einige Vordersätze vorausschicken.