Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

Claſſ. Xix. Ven der Vieh⸗Zucht. 239

4. Die Geſchwulſt.5. Die Kraͤtze.6. Die Peſt.

I. Die Finnen anbelangend/ woher dieſelbige kommen/ wie ſie zu erken-nen/ und zu heilen ſeyen/ hat die Hauß. Mutter zu wiſſen/ daß

Erſtlich die Finnen oder Matzey/ ſo gleichſam ein Außſatz zu ſchaͤtzen/ vonder Schweine unordentlichen/ unflaͤtigen und wuͤſten/ auch uͤberhaͤufften Freſ-ſen/ herruͤhren und entſpringen; Dieſe Kranckheit nun an den Schweinenzu erkennen/ hat man.

Zum andern/ nachfolgende dreyerley Merckzeichen.

1. Die ſchwartzen Blaͤtterlein auff der Zungen.

2. Wann ſie nicht auff den hintern Fuͤſſen ſtehen wollen.

3. Wann die außgeropffte Borſten zwiſchen den Ohren gerne außgehen/und blutig ſehen/ an dem Ende/ wo ſie in der Haut ſtecken.

1. Dieſer Kranckheit iſt ſchwerlich fuͤrzukommen/ inſonderhei-wannman zu lang gewartet/ man mag aber im Afang dieſer in etwas fuͤrkommen/und deroſelbigen helffen/ nemlich: Wann man taͤglich den Schweinſtall fleiſ-ſig außfeget und ſaͤubert/ auch die Schweine nicht zu viel einſperret/ und ihnengeſtoſſene Lorbeern unter ihr Freſſen miſchet/ auch Kleyen und Sauerteig durcheinander vermiſchet/ und ihnen mit Weintruͤſten zu freſſen giebt.

2. Es iſt auch ſehr gut das Kraͤutlein Je laͤnger je lieber/ den Schweinenzu Freſſen gegeben.

2. Die Miltzſucht betreffend/ iſt dieſes eine gefaͤhrliche Kranckheit derSchweine/ dann ſolche Kranckhen greiffet gerne unreine/ wuͤſte Leiber an/ unddie/ ſo unordentliches Leben führen; Dafuͤr ſolle man ihnen gluͤende Kohlenvon Tamarisken⸗Holtz in Waſſer abloͤſchen/ und hernach ſolches Waſſer ih-nen zu trincken geben.

b 5 Fuͤr das Kieber ſolle man ihnen die Adern unter dem Schmantz ſchla-gen laſſen.

4. Für die Geſchwulſt giebt man ihnen rohen oder andern Koͤhl/ oderTamarisken/ wo man ſie haben kan/ zu freſſen.

5. Fuͤr die Kraͤtze/ und Geſchwellen des Halß⸗Zaͤpffleins/ ſonimmtman geſtoſſenes Saltzmit Roggen⸗Meel unter einander vermiſchet/ und rei-bet ſie darmit. 2

6. Für die Peſt/ man menget ihnen Gentian, Wurtzel klein geſchnittenoder gehackt unter das Futter.

VI. Von