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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Clafl. XX. Von ꝓPferden. 1u1wiſſen; Die grauen Haare aber kommen gemeiniglich mit dem zwoͤlfften undvierzehenden Jahr.

Nota. Die Veraͤnderung der Farbe/ ſo man am meiſten bey den Schim-meln ſpuͤret/ geſchiehet nach neun und zehen Jahren/ je aͤnger je liech-ter/ und verlieren ſich die dunckele Haare.

II. Die Farbe der Pferde betreffend/ hat man nachfolgender Geſtaltdarvon zu urtheilen/ nemlich:.

1. Die Keſten⸗braune und Apffel⸗graue Pferde ſeynd Sanguiniſch/warm und feuchter Natur/ haben von dem aͤuſſerlichen Ele ment die Lufft/ unddieſe ſeynd von Natur geſchickt und gut.

Nora. In Specie hat der Hauß⸗Vatter zu wiſſen/ daß die braune Pferde ge-meiniglich freudig/ keck/ und kuͤhner Natur/ auch geſchwind und hur-tig ſeynd/ auch gelernig und arbeitſam/ alſo/ daß man dieſelbige ſo wolzum Reiten als dem Fuhrwerck gebrauchen kan/ ſeynd derowegen dieKeſten⸗braunen die beſten.

2. Die Liecht⸗braunen oder Fuͤchſe/ ſeynd gemeiniglich Choleriſch-hitzig⸗und trockener Natur/ haben derowegen zu ihrem Element das Feuer/ſeynd derowegen hurtig und zornig.

3. Weiß oder Liecht⸗-fahl/ ſeynd Phlegmariſch/ feucht und kalt/deroſelbigen iſt ihr Element das Waſſer/ und dieſe ſeynd von Naturwehrig.1 4. Bappen oder Schwartz⸗braune/ ſeynd Melancholiſch/ kalt undtrocken/ und weil ſie zu ihrem Element die Erde haben/ ſo ſeynd ſie gemeiniglichvon Natur ungeſchickt/ toͤlpiſch und unlehrhafftig.

5. Die Liecht⸗braune ſeynd gemeiniglich matt und weicher Farb/ ob ſieſchon hitziger Natur ſeynd/ und im Anfang ſich ſtarck erzeigen/ ſo hat es doch indie Laͤnge keinen Beſtand..

6. Gold⸗gelbe oder Gelb⸗braune Pferde haben zwar ein ſchones An-ſehen/ ziehen auch den Zug einer Kutſchen mit ſchwartzem Geſchirr beffer/ als ei-nen Miſt⸗Wagen/ ſeynd hitzig/ zornig/ und darneben matte Pferde/ und taurenkeine ſchwere Arbeit auß.

7. Kirſchen⸗braun und darbey ein wenigroͤthlicht/ ſeynd hitzige undCholeriſche Pferde.. 2

8. Dunckel⸗braun ſeynd zweyerley: Die eine ſeynd geſpiegelt wie dieApffel⸗grauen/ die andern ſeynd um die Schenckel hinten bey dem Geſchroͤtt/und den vordern Fuͤſſen/ auch in dem lincken/ um das Maul und Augen Liecht-braun/ dieſe ſeynd faſt gut. 1

2. Sahl⸗dunckel⸗braun/ dieſe werden fuͤr faule und matte Pferde ge-

halten.5 10, Schwartz-