v. Die Caſtrier⸗oder Schneidung der jungen Pferde betreffend:So laͤſſet man gemeiniglich nur die jungen Hengſtpferde/(die man zur Zuchtnicht haben/ und die man lieber auff der Weyde unter den andern Pferden/ alsallein im Stall haben und halten wilt /) ſchneiden.
2. Etliche laſſen fie auch im vierdten oder fuͤnfften Jahr ſchneiden; iſtaber beſſer/ wann ſie noch jung ſind.
3. Nachdeme ſie nun geſchnitten/ ſolle der Meyer ſie vierzehen Tage langſtill halten/ biß daß ſie heil werden/ und ihrer wol warten.
4. Man ſolle unterdeſſen keine Schweine zu ihnen in den Stall laſſen/inſonderheit keine Eberſchwein.
J. Diebeſte Schneidungs⸗Zeit iſt im Fruͤhling und Herbſt/ es ſolleaber im Neumond geſchehen.
6. Etliche laſſen ſie auch umb Weynachten ſchneiden/ und vermeynen/man ſolle vor dreyen Jahren kein Pferd ſchneiden/ weiln ſie die Schmertzenalsdann beſſer außſtehen koͤnnen/ und nicht ſo leichtlich das Schneiden ihnenSchaden bringen moͤchte/ als wann ſie noch gar jung und dergleichen denSchnitt ohne groſſe Schwachheit nicht außſtehen koͤnnen.
2. Wann es nuͤn geſchnitten/ ſo zerlaͤſſet man Unſchlit/ und gieſt in dencroͤffneten Hodenſack/ undlaͤſt alſo unzugenchet offen/ gibt dem Pferd gutenHabern/ laͤfts alſo vierzehen Tage muͤſſig ſtehen.
8. Wann es nach der Schneidung drey Tage geſtanden/ ſo kan manes fein gemaͤchlich in die Schwemme reiten/ damit das Geſchworne außge-waſchen/ und die Adern vom Stehen nicht zuſammen lauffen. 8
VI. Was die Weyde und Huͤ der Pferde anbelanget; wirdder Meyer ohne vorgeſchrieben wiſſen/ auch hat er ſich nach Gelegenheit desGutes und Meyerhoffs darnach zurichten. Damit wir aber auch von dieſerSache dem angehenden Hauß⸗ und Feldmeyer etwas Nachrichtung darvon
geben/ ſetzen wir nachfolgende Anmerckungen.
r. Solle der Meyer/ nach Gelegenheit des Orts/ die AußtheilungdesSraſes und andern Felder ſolcher Geſtalt austheiten/ damit er den gantzenSommer die Huͤtung der Pferde darauf haben koͤnne. 8
2. Auff den Wieſen werden die Pferde gehuͤtet vor Georgii oder Wal-purgi/ je nach deme es dieſes Orts die Gewonheit mit ſich bringet; Hernachſchlieſſet man die Wieſen zu/ damit man die Wachſung des Graſes nicht85 ſondern kunfftigen Winter Heu und Grummet darvon habenmoͤge.
3. Wann die Pferde aus den Wieſen bleiben muͤſfen/ treibt man ſieunterdeſſen in das Gebuͤſch und Waldungen/ oder auff etliche verhegteBrgchfelder. b