Band 
Erste Abtheilung.
Seite
691
JPEG-Download
 

Bruchst. a. d. sieb., acht., neunt. u. zehnten Buch. 69t

und den Tadel eine Strafe des Lasters, die nicht verwun-det, nennen. Es ist aber gut, wenn es der Nachwelt vorAugen liegt, daß, wie die Handlungsweise, welche Jederwährend seines Lebens erwählt, so das Andenken beschaffenist, das nach seinem Tode sich von ihm erhält; damit mannicht auf die Errichtung steinerner Denkmäler seinen Fleißwende, die an Einem Plane stehen bleiben und einer schnel-len Zerstörung unterworfen sind, sondern auf die Rede *)und auf die andern Vorzüge, die überallhin durch die Sagesich verbreiten. Die Zeit, die sonst Alles verzehrt, bewahrtdiese Vorzüge unvergänglich, und verjüngt sie, während sieselbst altert. Das sieht man deutlich an den oben genanntenMännern. **) Verlangst haben sie gelebt, und noch gedenktihrer Jedermann, als ob sie jetzt lebten.

8. zo, 5. Nachdem Cyruö, der Perserkönig, das Landder Babylonier und der Meder erobert hatte, umfaßte erdie ganze Welt mit seinen Hoffnungen. Denn da jene mäch-tigen und großen Völker überwunden waren, so glaubte er,es werde kein König und kein Volk mehr seiner Macht wi-derstehen können. Schon manche unumschränkte Herrscher

*) Diesen Ausdruck gekraucht Diodor hier in doppelter Be-deutung, sofern die Macht des Wortes durch Ermunte-rung das Gute wirkt und durch Lobpreisung das Gutebelohnt. Vergl. I, 2.

**) Es kann aus öz/Xos, und TipoLlp^-

zikvog aus (oder rwr- ri(>oki(>i,>/txvcon

entstanden seyn. Wahrscheinlich ist noch von den Py-thagoreern die Rede.