Band 
(1500 - 1815)
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24
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24 -Karl V. und Franz I. von Frankreich. (3. Buch.

8. Karl V. und Franz I. von Fankreich.

Gleich nach Beendigung des Wormser Reichstages war Karl nachden Niederlanden, und von da nach Spanien abgereist, wo er acht Jahreblieb. Diese lange Abwesenheit des Kaisers von Deutschland war derEntwickelung der Reformation sehr günstig. Denn das Reichsregiment,welches Karl zu Nürnberg eingesetzt hatte, zählte unter seinen Mitgliedernmanchen Gönner der neuen Lehre.

Lco's X. Nachfolger, Hadrian VI. (1520—1523), wollte aufeine Reformation des päpstliche» Hofes eingehen, allein ein plötzlicherTod verhinderte ihn daran, und die Römer, welche durch die Einschrän-kung der päpstlichen Hofhaltung zu verlieren fürchteten, schrieben über dieThür seines Arztes: „dem Befreier des Vaterlandes". Clemens VII.(1523—1534.), ein Mediceer, erkannte die Gefahr, welche ihm vonDeutschland aus drohte. Er schickte daher den Legaten Campeggio aufden Reichstag in Nürnberg (1524). Campeggio wurde aber schon inAugsburg vom Volke verspottet und mußte Gleiches in Nürnberg erleben,als er den öffentlichen Segen austheilen wollte. Campeggio drang aufdie Erfüllung des Wormser Edictes; allein die Stände versprachen nur,es zu halten, so viel ihnen möglich sei. Die Stände waren nämlich er-bittert, daß man ihre Beschwerden in Rom so leicht genommen und fürdas Werk einiger Uebelgefinnten erklärt hatte. Sie beschlossen daher diekirchlichen Angelegenheiten selbst aus einem Reichstag in Speier zu ord-nen. Der Kaiser verbot aber denselben, und der Legat brachte einBündniß zwischen dem Erzherzoge Ferdinand von Oesterreich, den bai-rischen Herzögen und den süddeutschen Bischöfen zur Beschütznng der ka-tholischen Religion zusammen (1524). Bei dieser Gefahr verbanden sichder Kurfürst von Sachsen Johann der Beständige und der Landgraf Philippder Großmüthige von Hessen, zu Tvrgau, und nahmen die Fürsten vonLüneburg, Anhalt, die Grafen von Mansfeld, die Stadt Magdeburg undden Herzog Albrecht von Preußen, welcher früher Ordensmeister derdeutschen Ritter gewesen, jetzt aber als weltlicher Herzog in polnischeLehnsabhängigkeit getreten war, in ihre Verbindung aus (1526).

In diesem Jahre erhielt es den Anschein, als würde der Kaiser selbstnach Deutschland kommen, da er mit Franz 1. den Madrider Frieden ab-geschlossen hatte. Franz I. von Frankreich (1512—1547) warein ritterlicher König; aber eigensinnig und übelberathen regierte er mitgroßer Willkür. Karl V. war klug, gemäßigt, von edeln Räthen um-geben und durch ständische Rechte gebunden. Anlaß zum Kriege zwischenbeiden Königen gaben rückständige Forderungen aus jener Zeit, wo Frank-reich und Spanien gemeinschaftlich das Königreich Neapel erobert hatten.