Band 
(1500 - 1815)
Entstehung
Seite
58
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58 Elisabeth, Königin von England. s3. Buch.

im komischen Schauspiele, wie „Die lustigen Weiber von Windsor"beweisen.

Der gelehrte, aber schwache Jakob I. (1603—1625) vereinigte Eng-land und Schottland unter dem Namen Großbritannien zu EinemReiche. Die Puritaner hofften von ihm, dem Schotten und Jünger desKnox, die Katholiken von dem Sohn der Maria Stuart, größere Freihei-ten. Um so bitterer war ihr Aerger, als sie sich in diesen Erwartungengetäuscht sahen. Robert CateSby, ein adeliger Katholik, trat deshalbmit eilf Anderen zu einer Verschwörung zusammen, um das Parlamentund den König, als Urheber der Strafgesetze gegen die Katholiken, in dieLust zu sprengen. Man miethete den Keller unter dem Parlamentsge-bäude und brachte nach und nach sechsunddreißig Fäßer Pulver hinein,die unter Holz und Kohlen verborgen wurden. Einer der Verschworenenwollte aber seinen Schwager, den Lord Mounteagle, vor dem Untergängeretten und rieth ihm in einem anonymen Briefe, am 5, November 1605nicht im Parlamente zu erscheinen, weil dasselbe Plötzlich einen Schlag er-halten und doch nicht sehen werde, woher derselbe käme. Mounteagle machteAnzeige davon; man durchsuchte das Parlamentshaus und fand die Pul-verfässer. Während dieser Zeit trat Fawkes, den das Leos zum An-zünden der Mine getroffen, noch in Reisekleidern herein. Er wurde so-gleich verhaftet und nannte nach langen Folterqualen seine Mitschuldi-gen. Diese waren, als sie ihr schändliches Vorhaben entdeckt sahen, nachWarwickshire geflohen und hatten sich in einem Hause verschanzt, ent-schlossen , ihr Leben theuer zu verkaufen. Sie wurden belagert und ver-theidigten sich hartnäckig. Plötzlich erzitterte die Luft von einem unge-heuren Knalle, die Erde erbebte,. Staub wirbelte auf, — das Bollwerkder Verschwörer war mit ihnen in die Lust geflogen, weil ein Unvorsichti-ger dem Pulvervorrath mit einer brennenden Lunte zu nahe gekom-men war.

Der Verdacht, als hätten die meisten Katholiken um die Pulverver-schwörung gewußt, erwies sich als »»gegründet. Dennoch erklärte dasParlament alle Katholiken für unfähig zu öffentlichen Aemtern und be-legte sie mit außerordentlichen Steuern. Jakob mäßigte zwar, so gut eSging. die Härte, welche in diesen Gesetzen lag, aber er mußte sich auchvor den Puritanern hüten, die jeden seiner Schritte als Papismus ver-schrieen. Er starb, nachdem er die letzten Jahre nur dem Vergnügen ge-widmet hatte, und hinterließ seinem Sohne als Erbschaft eine schwan-kende innere und äußere Politik, und die äußersten Parteien der Katholi-ken und der Puritaner so mächtig und in solcher Spannung gegen einan-der , wie gegen die bischöfliche Hochkirche, daß eins von beiden Extremenzur Herrschaft kommen mußte, es koste was es wolle.